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 Betreff des Beitrags: Re: 21. März 01
BeitragVerfasst: So 12. Okt 2008, 13:22 
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Alumni [Slytherin]
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Schrecklich primitiv und eintönig. Cifer ist weit davon entfernt, beleidigt zu sein. In etwa so weit davon entfernt wie davon, ihr zu widersprechen. Primitiv ist genau der richtige Ausdruck, lediglich was daran schrecklich sein soll kann er nicht nachvollziehen. Primitive Dinge haben für ihn mehr Reiz als komplizierte, aufgebauschte, mit den Schnörkeleien der Zivilisation verzierte Überflüssigkeiten. Was ist eine Bank schon im Vergleich mit einem ungestürzten Baumstamm? Oder eine Dusche gegenüber einem Wasserfall? Was ist der Sternenhimmel im Vergleich mit einer Zimmerdecke aus Beton?
Eintönig mag es auch nur für jene sein, die nicht gelernt haben zu sehen. Man denkt gemeinhin, der Besitz zweier Augen würde ausreichen, um zu sehen - Cifer empfindet das gänzlich anders. Kaum jemand sieht wirklich. Was gut daran zu erkennen ist, dass der gemeine Stadtmensch in einem Wald nichts weiter als Dreck und Bäume sieht, während es für Landbewohner ein Ort der Fülle ist, nicht nur an Dingen, sondern auch an Informationen. Ein Stadtmensch sieht nur eine Pfütze, ein Landmensch sieht den Abdruck einer Bärentatze. Und kann daran erkennen, woher der Bär kam, wohin er ging, wie schwer er war, ob er Krankheiten hat, welches Geschlecht - all diese Sachen.
Cifer hat sich für seine Betrachtungen ziemlich viel Zeit gelassen und er wundert sich, dass Scilla so viel Geduld mitbringt. Meist sind die Menschen geprägt durch eine drängende Ungeduld, die immer danach zu trachten scheint, die Uhren schneller laufen zu lassen. Das Mädchen hat inzwischen auch schon eine weitere Frage an ihn gerichtet, die ihm in zweierlei Hinsicht gefällt. Sie ist sehr direkt und sie trifft genau ins Schwarze. Cifers Lächeln wirkt durchscheinend, als er zu ihr sagt: "Ja. Oh ja. Er glaubt an die erzieherische Qualität von Schmerzen. Und ich glaube, dass er nicht Unrecht hat. Ich zweifle nur daran, dass sie die Nebenwirkungen wert ist." Sein Blick fixiert Scillas Augen. Solche Augen hat er noch nie gesehen. Aber welche Augen gleichen sich schon? "Mein Vater ist ein Mann wie ein Bär. Groß und grob. Schwer. Ruhig und behäbig. Zumindest, solange man ihn nicht reizt. Eigentlich ist er auch nicht leicht zu reizen." Cifer wendet den Blick ab, faltet die Hände und merkt, wie kühl seine Finger sind. Ihm fallen seine Überlegungen von gerade eben ein und er beschließt, sie mit dem Mädchen zu teilen.
"Unser Hof liegt in den Westkarpaten. Es ist sehr einsam dort. Die meiste Zeit über sind die Angestellten und Familienmitglieder die einzigen, die man zu Gesicht bekommt. Wir haben selten Besuch von den umliegenden Höfen. Man kümmert sich um seine eigenen Sachen. Aber ich würde es nicht eintönig nennen." Schließlich sieht er Scilla wieder an, lächelnd, vielleicht, um ihr zu zeigen, dass er es nicht als Beleidigung aufgefasst hat. "Wenn man weiß, worauf es zu achten gilt, dann ist das Leben dort sehr vielschichtig. Auch wenn sich im Wechsel der Jahreszeiten alles zu wiederholen scheint, es ist nie das Selbe. Und dass es primitiv ist muss nichts schlechtes sein. Außerdem heißt ein ländliches Leben nicht, dass man sich nur mit dem Materiellen beschäftigt." Er merkt selbst, dass er lebhafter in seiner Sprechweise wird. Fast ähnelt es Begeisterung und diese Beobachtung verdüstert ein wenig Cifers Gesicht. "Wir haben eine Bibliothek. Vater liest viel, er ist sehr gebildet. Doch Bildung heißt nicht, dass man ein umgänglicher oder gar weltoffener Mensch sein muss, nicht wahr?"

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: So 12. Okt 2008, 13:22 


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 Betreff des Beitrags: Re: 21. März 01
BeitragVerfasst: Di 14. Okt 2008, 14:34 
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7. Klasse Gryffindor
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Tief saugt sie den süßen Duft der neuen Blüten in sich ein und schließt die Augen. Die langsam aufkommenden Schmerzen in der Magengegend schiebt sie mit einem unwirschen Kopfschütteln aus ihren Gedanken und macht sich auf den Weg zu einem ruhigeren Plätzchen. Vielleicht zur alten Tanne, die sie um Weihnachten rum entdeckt hat. Bedeckt von Schnee wirkte sie damals so schön. So unnahbar. Und Ayla hatte sich dort sofort wohl gefühlt. Sie steht etwas entfernt vom Schloss und wenige Schüler begeben sich dorthin. Also gerade passend.
Mit energischen Schritten macht sich die junge Gryffindor auf. Hin zu ‚ihrer’ Tanne, bei der sie möglicherweise wieder Ruhe findet. Etwas das sie schon seit längerem vermisst. Ruhe um sie herum, ruhend in sich selbst und das genießen. Momentan ihr eigenes Utopia. Und genau dahin ist sie jetzt unterwegs. Auf zu ihrem Utopia – wer kann schon von sich behaupten den Weg dorthin zu kennen? Ob Ayla ihn kennt wird sich bald herausstellen. Der Weg zum Sprungbrett ist ihr bekannt. Nur muss sie dann auch den richtigen Absprungpunkt finden. Nicht unbedingt von der Tanne, auch nicht unbedingt mit einem körperlichen Sprung verbunden, aber doch eine Überwindung. Eine Überwindung innerer Grenzen, die sie sich – wie sie glaubt – zu ihrem Schutz und dem anderer erbaut hat. Wie viel davon wirklich zum Schutz anderer ist, hat sie bisher noch nicht zu ergründen gewagt. Oder wo es herrührt, dass es diese Grenzen gibt. Sie müssen ja einen Grund haben. Einen Zweck erfüllen. Aber momentan behindern sie sie nur. Noch nie war die gebürtige Russin sich selbst so sehr im Weg wie in dieser Angelegenheit. Ihr Stolz – woher kommt der jetzt wieder? – hält sie davon ab einfach zu ihm zu gehen und ihm das ganze zu erklären. Das würde sowieso wieder in Rumgestotter ausarten und sie würde niedergeschlagen und mit hochrotem Kopf vor ihm stehen ohne das losgeworden zu sein, was sie loswerden wollte. Oder? Es würde doch wieder verlaufen wie bei allem anderem, oder nicht? Sie würde ihn bestimmt nur nerven. Ach man, was spinnst du dir da eigentlich wieder zusammen? Nicht mal eingestehen, dass er etwas anderes für dich ist, kannst du.
Mürrisch stapft Ayla über die Gräser hinweg, achtet dabei aber darauf nichts unnötig zu schädigen. Was sollten andere noch unter ihrem Kummer leiden? Und es stimmt ja.. er ist anders. Mit ihm kann sie reden, sogar sinnvoll. Und mit dem Sinn, den sie beabsichtigt. Jedenfalls meistens. Blöde Gewohnheiten sind schwer abzugewöhnen. Gewohnheiten im Allgemeinen. Vor allem solche, die ganz tief im Charakter verwurzelt zu sein scheinen.

Endlich an der Tanne angekommen, setzt sie sich unter ihre weitausufernden Äste und lehnt sich auch hier an den Stamm. Einfach weil sie fest in der Erde verwurzelt sind und dadurch einen Eindruck von Beständigkeit vermitteln. Jedenfalls ihr.
Ihre Augenlider sinken wieder herab und ihr Atem wird ruhiger. Sie nimmt die Geräusche der Tiere um sich herum war, hört den Wind durch die Bäume wehen, registriert die vielen Gerüche, die der Frühling zu verbreiten im Stande ist und riecht auch den Harz der Tanne hinter ihr.
Ihre Beine sind ausgestreckt und überschlagen, die Hände liegen ruhig auf ihren Oberschenkeln und sie verliert sich in den Wirren ihrer Gedanken. Und gesteht sich langsam ein, dass sie ihn jetzt gerne bei sich haben würde. Dass sie vielleicht mit ihm zusammen endlich den Sprung über die Grenzen wagen würde. Hinein ins Utopia, von dem sie langsam dem Eindruck gewinnt, dass sie es nicht alleine erreichen kann.

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Lass uns zusammen verschwinden von hier
Und irgendetwas Geheimnisvolles tun.
Lass uns einfach sehen, was passiert
wenn wir zusammen von hier abhauen;
wir haben gewartet und geredet und jetzt ist es soweit,
lass uns zusammen verschwinden und lass uns sehen wie weit wir kommen.

(Karpatenhund - Zusammen verschwinden)


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 Betreff des Beitrags: Re: 21. März 01
BeitragVerfasst: Di 14. Okt 2008, 18:30 
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7. Klasse Slytherin
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Scillas gedankliche Fragen von vorhin werden als Erstes beantwortet. „Unser Hof liegt in den Westkarpaten.“ Nun, dann wäre auch die Sache mit dem Nachnamen – der ihr ja mit dem passenden Vornamen doch noch eingefallen ist – geklärt. Und wieder wird die Einsamkeit erwähnt, denn der Hof ist wohl in sie gehüllt, laut Cifer. Vielleicht wird man einsam, wenn man einsam lebt? Vielleicht wird man gesellig, wenn man einsam lebt, weil man von der wenigen Gesellschaft so sehr wie möglich zehren will oder muss? Dies alles bleibt noch unklar, und mental springt Scilla auch schon über zum nächsten interessanten Punkt, der ihr verbal präsentiert wird. Leicht lächelnd und ihr direkt in die Augen blickend erzählt Cifer davon, dass man nur wissen muss, worauf man zu achten hat, um zu merken, dass das Leben in einer solchen Abgeschiedenheit nicht eintönig und langweilig ist. Er ist dabei sehr bildhaft, Scilla hat sofort eine direkte, gemalte Vorstellung von dem, was er beschreibt. Sie sieht ihn im Winter durch einen verschneiten Wald wandern – die Kamera in der Hand –, im Frühling eine Höhle mit kleinen Stalagtiten entdecken, im Sommer auf einer Bergwiese, auf der er unverhofft einem riesigen, aber ruhigen Bären gegenübersteht. Ein Bär, wie sein Vater, schwer und kaum reizbar, weshalb er wieder abzieht, ohne den jungen Mann angegriffen, geschweige denn schwer verletzt zu haben.
Cifer ist ein Bildmensch. Nicht nur, dass er die Fotografie zu seinem Hobby gemacht hat, nein, er beobachtet und analysiert auch genau. Möglicherweise bleiben einem in der Einsamkeit nicht viele Möglichkeiten, und man wird intensiver in dem Gespür für Kleinigkeiten, so auch dem Beobachten. Wahrscheinlich hat er Recht, wahrscheinlich ist auch die Eintönigkeit ein Erfahrungs- und Wissensquell, den man nicht unterschätzen sollte. So wie Langeweile Ansichtssache ist. Etwas kann lange dauern, aber ist es deshalb unnütz oder uninteressant? Man spezialisiert sich eben, während man in der Variation unterschiedliche Themen zur Wahl hat und dort ebenso beliebig tief eindringen kann. Es bleibt facettenreich, und nie wird man alles ergründen können.
So in Gedanken und Überlegungen vertieft, ist die Slytherin kaum zu einer Reaktion auf eine vielleicht auch nur angedeutete Frage fähig und hat es sogar versäumt, auf alles um sie herum zu achten. Cifer sieht nicht mehr so enthusiastisch aus wie gerade eben, und woran das liegt, kann das Mädchen nicht sagen. Schande aber auch. Dann heißt es eben, jetzt wieder aufpassen. Er kommt wieder auf seinen Vater zurück, der doch recht präsent zu sein scheint in seinem Leben. Gebildet, mhm. Und Cifer lässt anklingen, dass er deshalb trotzdem nicht besonders umgänglich und weltoffen ist, was erklären könnte, warum er nicht tolerieren würde, dass sein Sohn einen anderen Beruf ergreift als den, den er für ihn vorgesehen hat. Damit wird er Scilla noch unsympathischer als ohnehin schon aufgrund der Gewalttätigkeit, denn ihr sind Offenheit und Neugierde wichtig, auch wenn es nicht unbedingt so scheint. Es geht ihr eben um das Geistige und nicht darum, ob man sich mit Fremden gut unterhalten kann – was doch sowieso meist auf Small Talk hinausläuft – oder leicht zu handhaben und zu durchschauen ist, was auch mit diesen Begriffen verbunden wird.
Allmählich vergeht die Zeit, und zur Überprüfung dieser zieht Scilla ihren Zauberstab hervor und lässt in der Luft ein Ziffernblatt mit einigen Zeigern erscheinen, um sicherzugehen, dass sie ihren Unterricht nicht verpasst. Es steht ja immerhin noch eine Stunde Kräuterkunde an, und die will sie trotz eines ungewöhnlich interessanten Gesprächs nicht schwänzen. Ein wenig Zeit ist ihr – oder ihnen – noch gegönnt. Sie mustert Cifer. Geprägt durch Erziehung und eigene Erfahrungen, auf die sich Werte und Weltbild stützen. Mit wem hat er noch zu tun? Was beeinflusst oder beeinflusste ihn? Dies leitet über zu ihrer nächsten Frage, die sie mal wieder direkt an ihn stellt und die eigentlich keine komplette Frage ist, die er sich jedoch erschließen können wird: „Und deine Mutter?“ Mütter sind ihr allgemein angenehmer als Väter, sodass Scilla sich auch noch ein wenig entspannen kann. Wobei sich ihrerseits nun ein kleines Lächeln auf ihre Lippen stiehlt beim Gedanken an ihre eigene Mutter.

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 Betreff des Beitrags: Re: 21. März 01
BeitragVerfasst: Mi 15. Okt 2008, 22:35 
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"Man kann sie sich als zu meinem Vater passende Bärin vorstellen. Wobei sie eher die bärischen Attribute 'füllig und rund' verkörpert. Sie ist sehr mütterlich, fürsorgend, du weißt schon - backt jeden Sonntag, macht im Advent mehr Plätzchen als jemals jemand essen könnte und denkt während politischen Diskussionen darüber nach, welche Soße sie zum Rehgulasch am Abend machen will." Cifer lehnt sich noch etwas mehr zurück und wirkt dabei sehr entspannt. Trotz seiner nachlässigen Sitzhaltung rutscht ihm die Kamera nicht vom Schoß.
"Ich kann sie nicht leiden. Das überrascht die Leute immer." Er beobachtet in der Ferne, wie sich irgendwelche Schüler zu streiten scheinen und nimmt diesen Anblick mit so wenig Interesse wahr, als wären es nur ein paar raufende Katzen. "Ich kann sie nicht leiden, weil sie zufrieden ist. Ich hasse schon allein dieses Wort. Zufrieden. Es heißt doch, dass man einfach zu träge, zu gleichgültig oder vielleicht zu feige ist, mehr zu wollen. Wenn ich mich immer mit dem zufrieden geben würde, was ich direkt vor die Linse bekomme, wären meine Bilder genau das: zufriedenstellend. Man würde etwas darauf sehen und es wäre nicht verschwommen. Aber was bedeutet das schon? Sie wären nicht gut, sie hätten keine Aussage." Der Slytherin mustert Scilla. "Mit der Note A kann man zufrieden sein und viele sind das auch, aber ist ein A etwas gutes? Es ist Mittelmaß. Alles, womit man sich zufrieden gibt, ist Mittelmaß. Man muss sich anstrengen, sich weiterentwickeln, etwas riskieren, um mehr zu haben, als nur Zufriedenheit. Ich suche Dinge, die mich faszinieren, die mich wirklich berühren. Ich will nicht zufrieden sein. Man wird stumpf, wenn man zufrieden ist. Man hört auf zu suchen."

Den Blick wieder abwendend denkt Cifer über seinen eigenen Vortrag nach. So lebhaft, so voller Kraft. Es scheint den Gegensatz zu seinem sanften Auftreten zu bilden, das wiederum den Gegensatz zu seiner wirklichen Körperkraft und seiner Größe bildet. Gegensätze findet man bei seiner Mutter nicht. Cifer kommt nach seinem Vater, etwas das er nicht sehr gerne bemerkt. Und ohne Scilla anzusehen sagt er: "Wie sind deine Eltern?"
Es klingt nach dem, was es ist - nach einem Ende. Er will nicht mehr über sich reden, denn er hat den Eindruck, schon viel zu viel gesagt zu haben. Einesteils ein schönes Gefühl. Als hätte man einen Berg Abwasch endlich erledigt. Doch auch unangenehm. Deshalb ist nicht nur ein Themenwechsel angesagt, sondern der Wechsel des Fokus'. Vielleicht schwingt auch ein "Wie du mir, so ich dir" mit: Scilla ist dran. Ein bisschen Seelenstriptease, so wie Cifer es gerade vorgemacht hat. Zwar mag er nicht nackt hier sitzen, doch ein paar metaphorische Kleidungsstücke hat er durchaus abgelegt.

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 Betreff des Beitrags: Re: 21. März 01
BeitragVerfasst: Fr 17. Okt 2008, 17:51 
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Scilla bleibt mal wieder nicht viel Zeit darüber nachzudenken, was Cifer gesagt hat, worin vielleicht Widersprüche liegen zwischen ihren und seinen Ansichten. Denn ein 24-Stunden-Streben wäre der Slytherin auch nicht ganz angenehm. Wenn sie ständig auf der Suche wäre, würde sie ja beispielsweise nie eine Beziehung führen können, und diese Vorstellung gefällt ihr aktuell nicht besonders.
Aber sie wird von einer Gegenfrage abgelenkt, die ihr allein durch ihr Geschehen erneut vor Augen führt, wie viel ihr Gegenüber bereits erzählt hat und sie zusätzlich natürlich zu einer Antwort anstiftet. Es soll um ihre Eltern gehen, und wenn Scilla mit einer solchen Frage konfrontiert wird, denkt sie immer zunächst an das Negative - ihren Vater. Man könnte beobachten, dass ein dunkler Schatten über ihr Gesicht huscht, aber mehr als das ist es dann auch nicht. Scilla überlegt, was sie zu ihren Eltern erzählen soll, beziehungsweise darf, um sich anschließend nicht wie eine Klatschtante zu fühlen oder so, als wäre sie der Fragestellung nicht ausreichend ausführlich nachgekommen. Wobei man nie zu wenig über sich erzählen kann, aber manchmal ist es durchaus Scillas Gesinnung, ausreichend Informationen zu präsentieren. Im Unterricht, beispielsweise. Sie sieht in Richtung Wald.
"Bei mir ist es mein Vater, den ich nicht ausstehen kann. Als Ausgangspunkt vielleicht, weil er mich auch nicht mag. Ich halte einige seiner prägnanten Charaktereigenschaften für widerwärtig. Er ist impulsiv und handelt, bevor er denkt. Keine Ahnung, wie er auf diese Weise seine Stellung im Ministerium halten kann. Möglicherweise lässt es sich mit seiner Arbeitswut ausgleichen. Ich finde, er vernachlässigt meine Mutter und holt sich mehr, als er verdient und gibt. Er hat nicht viele Hemmungen." Eine kurze Pause, in der Scilla leise, aber tief Luft holt. "Wahrscheinlich wird er irgendwann zum Alkoholiker. Mir tut meine Mutter jetzt schon Leid, aber sie würde ihn niemals verlassen. Sie ist relativ emotional und würde alles tun für die, denen gegenüber sie Sympathien hegt. Ihr Weltbild ist stabil und wird hauptsächlich noch von neuen Informationen beeinflusst, sie liest sehr gern. Niemand tut mir so gut."
Es ist letztendlich doch zu viel geworden, weshalb sie hinzufügt, nicht ohne damit ein wenig ablenken zu wollen: "Ich hoffe, es war nicht langweilig. Bald muss ich in den Unterricht." Mit diesen leisen Worten steht sie auf, streicht die Schuluniform glatt und hängt sich ihre Tasche um. Ihr Blick ruht konstant auf dem Jungen mit den schönen Gesichtszügen, und sie fragt sich, was sie jeweils gewonnen haben. Zumindest ist sie nicht mehr allzu verängstigt von seiner Auftretensweise... Naja, um darüber nachzudenken, hat sie mindestens den Weg hinunter zu den Gewächshäusern lang Zeit. "Bis dann, Cifer."

(Letztes Posting)

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 Betreff des Beitrags: Re: 21. März 01
BeitragVerfasst: Fr 17. Okt 2008, 19:49 
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So positiv es sich anfühlt, selbst etwas zu reden, ist es doch fast noch angenehmer, jemandem zuzuhören. Denn zum Behelf hat man Selbstgespräche. Oder man spricht zu einem Haustier. Aber man kann niemandem zuhören, wenn man niemanden hat, der einem etwas erzählt. So wie Scilla es gerade tut. Bereitwillig berichtet sie, wobei es sich leicht nach einem Vortrag anhört. Gut überlegt, knapp, präzise. Vielleicht ist es einfach ihre Art, vielleicht unterhält sie sich zu selten privat. Es mag sein, wie es will, Cifer genießt es trotzdem. Sein Blick schweift über den See, während er sich die Personen vorzustellen versucht, die die Slytherin beschreibt. Auch wenn sie keinen Ton über das Äußere ihrer Eltern berichtet, bilden sich doch Vorstellungen.
Als Scilla Luft holt, sieht Cifer sie an. Kaum Hemmungen. Alkoholiker in spe. Impulsiv. Ihr Vater wäre der perfekte Gegner für seinen Vater. Sie könnten sich gegenseitig vernichten und die Familien damit erlösen. Aber was ist es doch für ein Zufall, dass sie beide ihre Väter verabscheuen. Eine fundamentale Gemeinsamkeit. Deshalb lächelt Cifer auch sacht vor sich hin, während Scilla nun zu ihrer Mutter übergeht, diese beschreibt und ein völlig anderes Bild zeichnet als bei ihrem Vater gerade eben. Zumindest hat sie jemanden, der gut für sie ist. Cifer hat sich schon früh damit abgefunden, nicht viel mehr als Materielles von seinen Eltern zu erhalten. Ein Dach über dem Kopf, Kleidung, Bücher, Mahlzeiten. Das einzige, das mehr als Geld erfordert, sind die Standpauken, Predigten und Prügel, die sein Vater ihm angedeihen lässt. Impulsiv, hm. Vielleicht hat Scilla auch schon Erfahrungen gemacht mit spontanen Erziehungsmaßnahmen.

Sie beendet ihre Ausführungen. Leider. Cifer sieht zu ihr auf, als sie sich erhebt. Irgendwie kommt es plötzlich, obwohl er durchaus gesehen hat, wie sie die Uhrzeit vorhin abgerufen hat. Und richtig, sie hat noch Unterricht, zu dem sie nun gehen muss. Ihre Bewegungen gefallen dem Slowaken. Wie sie sich die Uniform glattstreicht. Wie sie ihre Tasche schultert. Er findet sie nach wie vor schön. Egal ob tot oder lebendig.
Er hätte sie ablichten sollen.
Ach, der Film war doch voll.
Cifer atmet durch, es ist einem Seufzen ähnlich. Dann nickt er. "Bis dann." Ihren Namen spricht er nicht aus, doch er denkt ihn. Sie zu photographieren muss nachgeholt werden. Er weiß nicht, ob sie es begrüßen würde, ihn wiederzusehen, doch es muss einfach sein. Cifer will ein Photo von ihr.

(Ende)

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