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 Betreff des Beitrags: 16. September [Jahr 1]
BeitragVerfasst: So 8. Jul 2007, 23:26 
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Samstag, 16. September, 16 Uhr

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Verfasst: So 8. Jul 2007, 23:26 


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BeitragVerfasst: Mi 11. Jul 2007, 17:29 
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[Erster Post - 16. September]

Sie hat sich wirklich den richtigen Standpunkt ausgesucht. Zunächst einmal befindet sie sich an der Seite des Schlosses, in der man, wenn man nahe der Mauern steht (oder, wie in Katies Fall, sitzt), nicht besonders viel vom Wind mitbekommt, der im Moment stark über die Landschaft weht und die Bäume des Verbotenen Waldes versucht zu biegen, als wäre es ein Spiel, eine Art Armdrücken der Kräfte, wie weit reizt der Halbsturm die Bäume, sich vor ihm zu verneigen? Eine oft zitierte Personifikation. Vor wenigen Minuten noch war es für eine ganze Weile fast windstill, nun braust er wieder auf, komisches Wetter.
Der zweite Grund dafür, dass sie sich an einem strategisch guten Ort befindet, ist, dass sie von hier aus den Kopf nur um neunzig Grad nach links drehen muss, um die Schlange derer zu beobachten, die sich heute dazu entschlossen haben, nach Hogsmeade zu gehen. Ja, innerhalb von sechzehn Tagen ist es auch der 'Neuen' endlich gelungen zu erfahren, was dieser Begriff nun genau beschreibt, und die Antwort ist einfacher, als sie erwartet hat. Es ist das Zaubererdorf, das sich in der Nähe des Internats befindet und welches die Schüler an bestimmten Wochenenden mit der schriftlichen Erlaubnis ihrer Eltern - oder Erziehungsberechtigten - besuchen dürfen. Katie kann von Glück sprechen, dass sie es gerade noch rechtzeitig mitbekommen hat, genauer gesagt, vorgestern. Wie jemand mit so großen Scheuklappen durch die Schule rennen kann, dass es einem nicht früher auffällt, wo doch an jeden Ecken und Enden davon gesprochen wird, wer sich wann mit wem in Hogsmeade trifft, ist erstaunlich, doch ihre bisherigen Gesprächspartner schienen nicht so auf dieses Thema versessen zu sein wie der komplette Rest der Schülerschaft. Jedenfalls hat sich Katherine damals bestürzt auf den Weg zur Eulerei gemacht, um ihre Tante nach der Erlaubnis zu bitten, die dringend benötigt wird (~so, wie Mr Glob aussieht, macht er nie Ausnahmen~, denkt sie gerade und schielt nach links. Jemand aus der Schlange, den sie nicht kennt, macht sich mit hängenden Schultern auf den Rückweg zum Schloss, was einen fast eindeutigen Schluss zulässt), und heute Morgen kam sie zum Frühstück angeflattert. Anne war wohl noch nie so überschwänglich von Katie begrüßt und so sehr mit gezuckertem Trockenobst aus dem Müsli-Reservoir gefüttert worden, wahrscheinlich hat sie nun bis zum Ende ihres Lebens den Schnabel voll von dem Zeug.
Doch bis sie sich auf die Lauer nach einem geeigneten Opfer, das sie durch das Dorf zu führen hatte, legen konnte, wollte sie noch unbedingt ihre bisherigen ausstehenden Hausaufgaben nachholen. In dieser Hinsicht steht Hogwarts ihrem alten Internat in nichts nach, aber wenigstens ist hier der Unterricht lockerer gestaltet, meistens jedenfalls. Immerhin hat Katie schon die Bekanntschaft mit Mrs Slytherin Sokaris gemacht, und da sie deren Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste zuvor noch nie hatte, muss sie eine gewaltige Menge an Wissen und Praxiserfahrung nacharbeiten. Mit den Sonderaufgaben, die sie ihr deswegen dazugibt, geizt die strenge Professorin auch nicht. Und nach zwei Sonderstunden Fluchübungen mit einer Hauskameradin, der sie während dem Mittagessen ihr Leid geklagt und die sich ihr (freiwillig!) als Versuchsobjekt angeboten hat, hat sie sich ausgerüstet mit einer kleineren Ausgabe ihrer Umhängetasche, der kleinen Schwester ihrer Schultasche gewissermaßen, schwarz und aus Seidenbändern gehäkelt. Sie liegt nun neben Katie, befüllt mit ihrer Grundausstattung. Brieftasche, Stift, Zettelchen, Zauberstab, Hundert-Gramm-Tafel Schokolade. Ach ja, und die Erlaubnis für Hogsmeade. Den letzten Bestandteil der Notfallausrüstung hat sie selbst in den Händen, ein Buch. Allerdings nicht schmal und leicht wie sonst, wenn man nur ein wenig Text zum Überbrücken einer kurzen Wartezeit braucht. Diesmal hat sie sich extra für längere Zeit vorbereitet und einen dickeren Band, der schon länger darauf wartet, bei der Abendlektürenauswahl beachtet zu werden, mitgehen lassen. Und hin und wieder linst sie nach links um zu überprüfen, ob irgendjemand aus ihrem erweiterten Bekanntenkreis auf dem Weg ins Dorf ist. Ein paar Gryffindors aus der Vierten, deren Namen sie teilweise kennt, rennt den leichten Abhang hinunter und den Hausmeister fast über den Haufen, der sich sofort darüber mokiert und sie wahrscheinlich am Liebsten in eine fensterlose Besenkammer gesperrt als nach Hogsmeade gelassen hätte. Nein, mit denen nicht. Nicht heute. Seufzend steckt sie die Nase wieder in ihr Buch, setzt es kurz auf ihren angezogenen Knien ab, beugt sich leicht nach vorn, streckt die Arme nach oben aus, lehnt sich mit dem Rücken wieder gegen die Wand, nimmt den Faden im Roman wieder auf. Eine fast schon poetische Szene, in der die Hauptprotagonistin sich so ihre Gedanken über ihre Ziele macht und derweil eine weiße Anemone aus ihrem Garten pflückt. Und da man gerade bei Pflanzen ist, wandern ihre eigenen Gedanken zu Dante, auf den sie - machen wir uns doch nichts vor - auch ein wenig wartet. Aber, wendet sie ein, er ist nicht der Einzige. Damals, als sie ihn zufällig auf dem Gang in den Kerkern getroffen hat, hat er ihr ein Hufflepuff-Mädchen aus seiner Stufe vorgestellt, Brooke Lucid. Von Anfang an sympathisch, hat Katie das Bedürfnis, sich ein wenig mehr mit ihr zu unterhalten, bisher hat sie sie aber auch nicht öfter in Eile auf den Korridoren gesehen als Dante, geschweige denn auf eine ruhige Minute. Vielleicht sind sich die Mädchen auch verschieden, aber auf einen Versuch kann man es doch ankommen lassen. Ohnehin gibt es mehrere flüchtige Bekanntschaften, auf die sich Katie einlassen wollen würde, aber derzeit ist sie schulisch ziemlich eingespannt, besonders wegen des Extrastoffs in Verteidigung, und sonst ist sie vor allem mit Aelish unterwegs, auch wenn die sich so ihre eigenen Wege sucht und Katie manchmal ganz zu vergessen scheint.
Noch ein Blick nach links. Niemand, der Hausmeister steht alleine da. Sie muss hier die Beobachterin spielen und nachher auf die- oder denjenigen zugehen, die/den sie auserkoren hat, eigentlich eine Position, die sie nicht gern übernimmt, aber sonst wird sie möglicherweise einfach in Ruhe gelassen, so in ihre Lektüre vertieft, und deshalb kann sie sich auch gleich aus dem Sichtfeld der anderen ziehen und hier an der Mauer, etwa zwei Meter von der Ecke entfernt, warten. Sie lässt das Buch Buch sein, beobachtet die Szene, den ältlichen Mr Glob, der tatenlos herumsteht und sich wahrscheinlich in die etwas wärmeren Gänge zurückwünscht, auch wenn der Wind nun wieder nachgelassen hat. Sie belässt ihre Position eine Zeit lang so, auch wenn sie einen steifen Nacken riskiert. Aber von rechts, wo sich nur ein paar Erker aus der ansonsten langweiligen Wand wölben, wird sie niemand überraschen.

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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 04:24 
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"Du hast ein Fell! Also warum streitest du dich mit mir um meine Hose?!"
Dante zieht am einen Ende, die Katze am anderen. Genau genommen zieht sie natürlich nicht, sie hat sich nur im Hosenbein verkrallt und findet es witzig, daran durch den Schlafsaal geschleift zu werden. "Ich kenne massenhaft Flüche.", droht Dante, der in Unterwäsche mitten im Raum steht und die Katze anvisiert. "Dut-zen-de! Und die meisten von denen würden dir nicht gefallen." Die Katze schenkt ihm nur einen erwartungsvollen Blick. Und ein Klassenkamerad betritt die Bühne. Sowohl Dante als auch die Katze drehen den Kopf, doch Dante erfasst die Situation einen Tick schneller als sie, lässt Kamerad Kamerad sein und zieht statt dessen ruckartig an der Hose. Ein Geräusch ertönt, als zerreiße jemand Papier. Seine Hose hat er wieder, allerdings mit modischen Schlitzen, während die Katze über den glatten Boden mit dem Hinterteil gegen einen Bettpfosten rutscht und fauchend loszischt, als hätte dieser sie gebissen. Der mattgraue Blitz verfehlt den eintretenden Schüler um Haaresbreite und verschwindet nach draußen. Man hört es poltern und fauchen und eine andere Katze kommt herein, die augenscheinlich mit etwas ungehaltenem zusammengestoßen ist.
Dante hüstelt und zieht die Hose an. Dann versucht er es mit einem Reparo, der misslingt, und beschließt einen neuen Trend zu beginnen, indem er es einfach lässt wie es ist. Zerkratzte Hosenbeine - der neueste Schrei. Den grinsenden Schüler ignorierend fischt er ein langärmliges, schwarzes Shirt aus seinem Fundus, über das er ein kurzärmliges Hemd in der Farbe seiner Hose anzieht, Grau. Wobei die Hose dunkel ist und das Hemd hell.
"Gehst nach Hogsmeade?", will sein Klassenkamerad wissen und Dante zuckt vage mit den Achseln. "Also ich hab keine Erlaubnis, meine Eltern meinen, ich würde nur immer zu viel Geld ausgeben." Schmunzelnd bindet Dante sich die Schuhe und erwidert: "Wer sich nicht beherrschen kann, der wird beherrscht, huh?" Das erntet allerdings nur ein verwirrtes Schweigen und so verlässt er ohne weitere Konversation den Schlafsaal.

Inzwischen hat er ein spätes Frühstück, das andere wohl Mittagessen nennen würden, hinter sich, sowie einen Besuch bei den Feuerranken-Zöglingen im Gewächshaus. Letzteres erklärt den Brandfleck am Ärmel. Und nun führen ihn seine versonnenen Schritte Richtung Hogsmeade. Die Erlaubnis seines Vaters in dessen akkurater Miniaturhandschrift hat er sich vorsorglich in die Brusttasche gesteckt. Er hält weder was von Butterbier noch von Scherzartikeln und schon gar nicht von Süßigkeiten, so hat das Zaubererdorf recht überschauliche Reize für ihn. Trotzdem ist eine Abwechslung irgendwie willkommen. Oder ist es etwas anderes?
Er hat Katherine Phlox an keinem einzigen Tag irgendwo festnageln können, denn entweder hatte sie zu tun oder er. Sollte sie sich allerdings in Hogsmeade aufhalten, dann wäre das eine gute Gelegenheit. Es sei denn, sie hätte bessere Begleitung gefunden ... Während er so über die Wiese schlurft stellt er sich das bildhaft vor. Vielleicht ein humorvoller, vielseitig interessierter Gryffindor, der sie zu einem Butterbier einläd. Den Arm um sie legt. Dante räuspert sich. Ein Gryffindor, der sie im Arm hält und ihr von seinen Quidditch-Erfolgen erzählt. Das Bild wird eindeutig zu bildhaft, als er die beiden lachend und scherzend vor seinem inneren Auge sieht. Nun ... er könnte sie immerhin auch zu etwas einladen. Aber der Rest bleibt offen, er ist eben kein Unterhalten. Er ist keiner dieser Jungs, die Mädchen beeindrucken und durch einen Gag nach dem andren zum Lachen bringen. Will Katie sowas überhaupt?
Und als er bei dieser Fragestellung anlangt, stolpert er fast über etwas, das nahe der Wand am Boden liegt ... pardon, sitzt.
"Sorry ...", murmelt er und erkennt erst jetzt, wen er da fast getreten hätte. "... Katie.", fügt er überrascht hinzu und tritt einen Schritt von der Wand weg, um sie richtig ansehen zu können. Fast will er sie fragen, warum sie denn da herumsitzt, dann besinnt er sich eines besseren und meint statt dessen: "Schön, dass ich über dich stolper, im wahrsten Sinne des Wortes." Er wuschelt sich durchs Haar und wirft einen Blick hinüber zum Hausmeisterkontrollposten. "Gehst du nicht nach Hogsmeade?", fragt er Katie und weiß gerade selbst nicht, ob er enttäuscht geklungen hat oder nicht. Und ob er es sein sollte, denn egal ob sie geht oder nicht, es sieht fast so aus, als könnte er endlich mal wieder ein wenig ihrer Zeit beanspruchen.

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BeitragVerfasst: Mo 16. Jul 2007, 22:27 
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Weg. Einfach nur weg von diesem ganzen Schreckensszenario. Weg in Richtung verbotener Wald zu einem ruhigen Plätzchen, wo er wirklich alleine ist. Wo er seine Gedanken wieder neu ordnen kann. Diese Gedanken, welche sich nur darum drehen, dass er Hermine wohl nun wirklich ganz verloren hat. Nun scheint es amtlich zu sein. Nein, bitte nicht... Der Wind, der sachte weht, tut ihm gut. Ein wenig Abkühlung für sein verzweifeltes Gemüt. Und dennoch vermag er nicht die traurigen Gedanken fortzufegen. Einfach schnurstracks geradeaus marschiert er auf das verbotene Fleckchen zu. Auf einmal vernimmt er, dass er gerufen wird. Jemand rennt hinter ihm her. Und dieser Jemand ist ohne Zweifel Mine. Verdammt. Verdammt. Verdammt. Kurz wird tief durchgeatmet, jedoch nicht die Geschwindigkeit verlangsamt. Nein, er wird auf keinen Fall stehen bleiben. Sie wird keinesfalls sehen, wie sehr ihm die ganze Sache zusetzt. Sie soll keinesfalls mitbekommen, wie alleine er sich gerade fühlt. Sie schreit noch ein paar weitere Male, doch sein Schritt wird eher schneller als langsamer. Sie wird ihn nie einholen können, wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Doch anscheinend ist Mine grad nicht in der Stimmung für faires Spiel, da sie zu dem allseits beliebten Hilfsmittel, auch Zauberstab genannt, greift und ihn durch einen gezielten „Locomotor Mortis“ zum Stehen bringt. Verdammt. Ihre Schritte nähern sich, doch schreitet sie nicht an ihm vorbei, sondern bleibt hinter ihm stehen. Jake könnte sich ja theoretisch zumindest halb zu ihr umdrehen, doch das geht schon aus Prinzip nicht. Pah... Es wird stur weiterhin geradeaus geblickt. Der verbotene Wald ist ja auch viel interessanter als seine Noch-Freundin und ihre Worte. Wobei... Vielleicht sollte man ihr ja doch zuhören? Wenn sie so vehement darauf besteht, mit ihm reden zu wollen, vielleicht sollte er das auch zulassen und nicht auf stur schalten? Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung? Diese Gedanken sind es, welche bewirken, dass der Ravenclaw nicht weggeht, als Mine den Zauber wieder von ihm nimmt und er eigentlich seine Bewegungsfreiheit wieder erlangt. Jedoch steht sie noch immer hinter ihm und macht keine Anstalten, das zu ändern. Auch Jake verharrt in der Position und lauscht aufmerksam ihren Worten. Er soll ihr erklären, was mit ihm los ist? Pff... Was mit ihm los ist... Was ist mit ihm los? Weiß er das eigentlich selbst genau? Ja, er weiß es. Er hat Angst. Angst, nicht gut genug zu sein. Nicht gut genug für Hermine zu sein und daher ersetzt zu werden. Die Angst nicht gut genug zu sein, die ihn irgendwie schon sein ganzes Leben verfolgt. Woher hat er nur dieses geringe Selbstvertrauen? Die Jahre der Einsamkeit als er noch ein Kind war, haben wohl doch deutlichere Spuren hinterlassen, als ihm lieb ist.
Ein Seufzer. Hängende Schultern, hängen gelassener Kopf. Der Quiditchspieler sieht nun wirklich nicht gerade selbstbewusst aus. „Was mit mir los ist?“ Ein paar Sekunden verstreichen, in denen er nach den richtigen Worten sucht, mit denen er sein Problem beschreiben kann und dennoch nicht offenbaren muss, wie sehr ihn das mitgenommen hat. Wieder der verdammte Stolz. Er macht es einem wahrlich nicht leicht. Verdammt. Leise folgen die nächsten Worte. “Willst du mich denn noch als deinen Freund?“ Er dreht sich um. Sachte erhebt er seinen Kopf, erhebt er seinen Blick. „Bin ich dir denn gut genug?“ Verlorene Augen sehen dem blonden Mädchen entgegen, bevor sich der Kopf wieder senkt, der Blick wieder Richtung Boden wandert. Ein Seufzen.


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BeitragVerfasst: Di 17. Jul 2007, 21:47 
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Falsch gedacht. Sehr wohl kann sie jemand überraschen, auch wenn der Betreffende es nicht merkt. Katie weiß nicht, ob sie sich unbewusst an der Seite des Schlosses deponiert hat, an der die drei Gewächshäuser liegen, wenn auch in ein paar hundert Metern Entfernung zu ihr. Jedenfalls kreuzt da jemand zufällig ihren Weg, und dieser Jemand ist der wahrscheinlich häufigste Besucher jener Treibhäuser auf Hogwarts, den Kräuterkundelehrer mal ausgeschlossen. Der Wind war abgeflaut, sodass Katie ihn sich nähern hören konnte, ein sanftes Kopfneigen nach rechts ihrerseits, und aus den Augenwinkeln war die zerzauste Sturmfrisur Dante Valeskos zu erkennen gewesen, der sie hingegen nicht bemerkt hat, obwohl der Abstand nur noch drei Meter misst... zwei Meter... einer... Katie schiebt ihr Bein nach vorn.
"Sorry", entschuldigt sich der Gestolperte geistesabwesend, sieht sie dann doch an, ein fast schelmisches Lächeln versucht Katie gerade so zu verstecken. "Hallo Dante."
"Schön, dass ich über dich stolper, im wahrsten Sinne des Wortes." Nun wird ihr Lächeln doch zu einem breiten Grinsen, aber viele Gedanken wird sich auch der Mimik-Gestik-Analytiker nicht darüber machen, schließlich hat er übersehen, dass ihr Bein nicht ganz zufällig da lag und ihm den Weg versperrte. Nein, er schaut zum Hausmeister hinüber, hat ihren Ausdruck nicht bemerkt. "Gehst du nicht nach Hogsmeade?"
"Oh, eigentlich wollte ich schon... ich hab nur auf die passende Begleitperson gewartet." Mit diesen Worten legt sie sich den Tragegurt der Tasche über die Schulter, greift nach seiner rechten Hand, umklammert das Gelenk und zieht sich hoch. Warum genau sie das tut, weiß sie selbst nicht, es passiert fast reflexartig, sie hakt sich jedenfalls bei ihm unter. Möglicherweise hat er ihr doch so sehr gefehlt, dass sie ihn jetzt etwas näher als sonst haben möchte. "Darf ich?"
Und was nun, wenn Dante selbst nicht vorhatte nach Hogsmeade zu gehen, keine Lust, keine Zeit, keine Erlaubnis? "Vorausgesetzt, du gehst, natürlich", fügt sie deshalb an und schlendert los Richtung Kontrollstation. "Bisher hab ich noch niemanden gesehen, mit dem ich dorthin hätte spazieren wollen. Aber ich hab gehört, dass es ein paar schöne Läden und Cafés gibt, von daher wäre ich früher oder später vielleicht auch allein runtergelaufen. Immerhin hab ich gerade heute Morgen meine schriftliche Erlaubnis bekommen." Dies alles rattert sie nicht wie manch andere Gryffindor in rasendem Tempo herunter, nein, sie erzählt Dante selbst von diesen unwichtigen Dingen verhältnismäßig langsam und genüsslich, es ist einfach schön, wieder mit ihm reden zu können. Auch wenn die Worte immer noch schneller Katies Lippen verlassen, als dass er dazwischenfahren hätte wollen. Nun macht sie aber doch noch eine Pause, schaut zu Boden und dann auf die beiden Arme, ihren rechten und seinen linken. Näher beieinander als sonst, das will sie nicht so ganz loslassen, obwohl es unter besseren Freunden nicht unnormal ist. Dann fällt ihr der schwarze Fleck auf seinem Ärmel auf. "Hey, was hast du denn da gemacht?" Nicht, dass es besonders selten vorkommen würde, dass Dante irgendwelche Schnitte im Gesicht oder an den Händen hätte, schließlich arbeitet er oft mit Pflanzen, aber Brandflecken...?
Sie haben Mr Glob erreicht. Katie löst sich aus der ‚Umklammerung' und fummelt in ihrer Tasche nach dem geforderten Dokument... Hiermit erlaube ich als Erziehungsberechtigte meiner Nichte Katherine Phlox den Besuch des Zaubererdorfes Hogsmeade an den von der Schule dafür vorgesehenen Wochenenden. London, 14. September, Angelica Falls. London, das heißt, die Eule muss Katies Tante kurz vor, nach oder während einer Vorlesung an der Uni erwischt haben. Sie schmunzelt bei der Vorstellung, dass Anne durch ein offenes Raumfenster in den Hörsaal geschwebt kommt und sich auf Anges Pult niederlässt, dass die Professorin in ihrem Text innehält, seelenruhig den Brief vom Vogelbein nimmt, überfliegt und in ihre Unterlagen schiebt, fortfährt als wäre nichts geschehen und als würde keine Schneeeule auf ihrem Tisch sitzen. Entgeisterte oder belustigte Blicke von Seiten der Studenten.
"In Ordnung, der Nächste", knurrt der Hausmeister, sieht ihr nicht einmal mehr ins Gesicht sondern hält ihr nur noch den Wisch entgegen, die andere Hand greift schon nach dem Dantes, gedanklich ist Glob vielleicht schon beim übernächsten Schüler. Hinter der imaginären Linie, die sich direkt hinter dem mürrischen Mann parallel zur ersten Reihe der Dorfhäuser befindet, wartet Katie auf Dante, wagt es aber nicht, sich wieder einzuhaken.
"Tut mir leid, dass ich in den letzten Wochen so oft zu tun hatte, wenn du gerade mal ein bisschen Freizeit hattest", sagt sie halblaut und verstaut den Zettel wieder sicher in ihrer Umhängetasche. "Hab ich dir schon gesagt, dass ich in Verteidigung Sonderaufgaben kriege? Irgendwie muss ich den Stoff ja nachholen, wir hatten das Fach vorher nie. Dabei ist es von ziemlichem Vorteil, ein paar Flüche zu beherrschen... Naja, du weißt schon." Sie kann sich vorstellen, dass er weiß, woran sie denkt, woran sie aber eigentlich gar nicht denken will. Klar, ihre nahe Vergangenheit. "Ich hab sicher halb Gryffindor mit meinen Praxisübungen belästigt, ohne kommt man schließlich nicht weit. Allen voran Aelish Mcauley. Aber sie hat es nicht so schlimm erwischt wie der große Viertklässler, an dem ich den Tarantallegra versucht hab. Vorher hat es überhaupt nicht hingehauen, und dann wollten sich nicht nur seine tanzenden Beine, sondern sein ganzer Körper nicht mehr einkriegen, seine Arme sind umhergewirbelt, seine Ohren haben geschlackert... und mir ist der Gegenspruch nicht mehr eingefallen! Er hätte sich bestimmt in die Ohnmächtigkeit getanzt, wenn nicht eine aus dem Abschlussjahrgang dazugestoßen und ihn befreit hätte. Und dann wäre der riesige, herumtorkelnde Kerl fast auf mich gekippt." Sie schmunzelt. Man kann nicht immer nur leichte kleine Schülerinnen zum Üben nehmen, will man einen großen breiten Schrank von Schwarzmagier nachts in einer dunklen, ausgestorbenen Gasse zum Foxtrott Tanzen bringen.

(Hogsmeade - 16. September)

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BeitragVerfasst: Do 19. Jul 2007, 21:27 
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Ihre Hoffnung, dass Jake stehen bleibt werden erfüllt. Allerdings dreht er sich weder um, noch macht Hermine Anstalten sich vor ihm zu stehen. Immerhin ist sie ihm nachgerannt, da kann den nächsten Schritt ruhig er tätigen. So verharrt sie weiterhin in ihrer Position hinter seinem Rücken, den Atem endlich wieder ruhig und normal.
Ist ihr Gesicht vor wenigen Sekunden noch mit ein wenig Ärger und Verständnislosigkeit über seine Reaktion geziert gewesen, so weicht dieser Ausdruck nun einer leichten Überraschung, und Verwirrung und die eben noch härteren blauen Augen bekommen spiegeln nun eine Sanftheit. Denn so, wie Jake nun vor ihr steht, hängende Schultern, leicht zusammen gesackt, ein leiser Seufzer, so hat sie ihn noch nie erlebt. Kennt sie doch ihren Freund nur als den selbstbewussten Quidditchspieler. Aber so? Ein nicht hörbares Seufzen entweicht nun auch ihr. Kurz geht ein Ruck durch ihren Körper, sie erhebt die Hand, will ihn berühren, umdrehen, ihm in die grünen Augen blicken und ihm einfach nur sagen das alles gut ist, nur damit er wieder der Jake ist, den sie kennt. Auch, wenn sie immer noch nicht versteht, was das alles soll. Warum reagierte Jake so? Warum hat er sie überhaupt gemieden? Was hat ihn so in Aufregung versetzt? Die Umarmung, oder viel eher halbe Umarmung von Chris und ihr kann doch wohl kaum so etwas auslösen.
Die Hand schon fast an seiner Schulter vernimmt sie endlich einen Laut von ihm, blitzschnell dazu entschlossen, zieht sie ihre Hand wieder an ihren Körper zurück, lässt den fragenden Blick ihrer blauen Augen weiterhin auf seinem Rücken ruhen. Er wiederholt ihre Fragen zusammengefast. Erneut Stille. Einzig das Rauschen der Blätter der Bäume vom Verbotenen Wald dringt an ihre Ohren, dann spricht Jake erneut. Und was er da sagt, kann Hermine noch weniger verstehen wie seine Reaktion. Ob sie ihn noch als Freund will? Warum, warum... oder besser, wieso kommt er nur auf solch eine Frage? Doch die Fragen, welche er als Antworten auf ihre Fragen gibt, sind noch nicht zu Ende. Denn jetzt kommt Regung in den Körper des Ravenclaws. Langsam dreht er sich zu ihr um, hebt den Kopf, hebt den Blick, sieht zu ihr. Die grünen Augen ausdruckslos auf Mine gerichtet. Erneut entweicht der blondhaarigen Ravenclaw ein Seufzer, dicht gefolgt von einem Stich ins Herz. Irgendetwas muss ihrem Freund ziemlich zusetzen, nur was? Ist sie daran schuld? Hat sie etwas falsch gemacht?
Die nächste Frage entrinnt den Lippen Jakes: „Bin ich dir denn gut genug?“
Schon wieder eine Frage, die Mine nicht versteht. Warum beim Barte des Merlins muss Liebe so kompliziert sein? Warum gibt es kein Buch für solche Fälle, wo drin steht, wie man sich in solchen Situationen verhält? Auf ihre Logik kann sich die Schülerin gerade alles andere als stützen, denn diese ist gerade dabei jämmerlich zu versagen. Logik, der Logik nach dürfte diese Situation überhaupt nicht existieren.
Unbewusst ist Hermine den folgenden Bewegungen Jakes gefolgt, während seine Augen sich wieder dem Boden zugewendet haben. Doch den Boden jetzt zu fixieren erachtet sie gerade als sehr unpassend, und so blickt sie wieder geradewegs zu ihrem Freund.
„Ich...“ Sie beginnt zu reden, stoppt, verstummt. Was sollte sie denn jetzt sagen? Warum stellt er nur diese Fragen? Doch jetzt wieder mit Fragen auf Fragen zu antworten würde sie in der Situation auch nicht viel weiter bringen, also sollte sie ihre Fragen noch kurz zurück stellen, und erstmal seine beantworten, so unverständlich sie diese auch findet.
Ein Seufzen, ein leichtes Lächeln, dann legt sich ihre Hand auf seine Schulter. Ein Schritt, und sie steht direkt vor ihm, unmittelbar. Und bevor sie noch irgendetwas anderes sagt, umarmt sie ihn. „Natürlich will ich dich immer noch als Freund. Das hat sich in den vergangenen zwei Wochen nicht geändert. Aber sag mir doch endlich...“ Sie stockt erneut. Ist es wirklich richtig ihn zu fragen? Aber warum auch nicht, sonst wird sie nie verstehen was genau mit ihrem Freund los ist. „Warum, warum, oder eher wieso kommst du auf die Idee das es nicht so sein könnte? Ich versteh es nicht, erklär's mir.“ Die Arme um ihn geschlungen wartet sie erneut auf eine Antwort, auf eine Antwort die wohl hoffentlich nicht wieder nur eine Gegenfrage ist.

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Meine Schwäche

ist eine Ausrede.
Und meine Stärke
falscher Stolz.
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BeitragVerfasst: Do 26. Jul 2007, 00:18 
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Eigentlich wollte sie schon, sagt sie. Hat nur auf die passende Begleitperson gewartet, sagt sie. Dante fragt sich, ob die 'passende Begleitperson' eine bestimmte Person ist oder nur irgendeine passende, während sie ihn als Aufstehhilfe missbraucht und er sich automatisch gegen den Zug stemmt, damit er nicht nachgibt wie eine junge Birke und sie beide wieder auf dem Boden landen. Sie hakt sich unter und er ist, zwar nicht sichtlich, aber ernsthaft überrascht. Auf ihr "Darf ich?" bekommt sie ein Nicken und den Ansatz eines schiefen Lächelns, genauso wie auf ihre weiteren Worte. Natürlich geht er, wenn sie geht. Und sie schlendert auch schon los. Hat sie ihn vermisst? Seine Gedanken drehen sich momentan nur darum, denn ihre Art scheint ihm verdächtig begierig nach allem, was ihnen in den letzten Tagen verwehrt gewesen ist: Gespräch, Nähe, gemeinsame Unternehmungen. Ihm geht es doch nicht anders, er zeigt es nur nicht.
Nachdem sie von ihrer erst heute eingetroffenen Erlaubnis berichtet hat, fällt ihr sein lädierter Ärmel auf, den er selbst ganz vergessen hat. Er kommentiert es pragmatisch mit "Launische Feuerranke." und sieht dem Hausmeister entgegen, der in seiner üblichen Laune zu sein scheint. Eine Art Laune die man üblicherweise dann an den Tag legt, wenn man Migräne und/oder Magen-Darm-Probleme hat. Katie händigt ihre Erlaubnis aus und wird weiterbeten, beziehungsweise gegrunzt. Dante fistelt sein Pergament aus der Brusttasche und ist genauso schnell durch wie Katie. Versonnen stopft er das Papier wieder in die Tasche und erwartet fast, dass Katie sich wieder einhakt, doch nichts dergleichen geschieht. Was selbstverständlich sofort durchanalysiert wird. Hat ihr die körperliche Nähe nicht gefallen? Hat ihr die körperliche Nähe zu gut gefallen? Denkt sie, dass ihm die körperliche Nähe nicht gefallen hat? Gibt mehrere Möglichkeiten. Vielleicht traut sie sich auch einfach nicht erneut, wo ihr vorhin noch die Wiedersehensfreude geholfen hat.
"Tut mir leid, dass ich in den letzten Wochen so oft zu tun hatte, wenn du gerade mal ein bisschen Freizeit hattest.", entschuldigt sie sich, wechselt aber dann zu einem schulischen Thema, während sie ihre Schritte Richtung Dorf lenken. Verteidigung, ja ... ein Fach in dem Dante so gut ist, dass Professor Sokaris sich ärgert. Das tut die Gute irgendwie immer, wenn sie Schlammblüter gute Noten geben muss. Muss fies sein, er kann es verstehen. Unfair und widerwärtig bleibt es trotzdem. Na, kann man nichts machen. So zuvorkommend ist Dante dann auch wieder nicht, um dem Seelenfrieden der Lehrerin zugunsten schlechtere Noten zu schreiben. Dass Katie allerdings Magie zur Selbstverteidigung wichtig und praktisch findet, kann er verstehen. Auch wenn er andere Mittel bevorzugt, manchmal scheint es nicht anders zu gehen um sich der eigenen Haut zu erwehren. Er bezweifelt, dass Katie es nötig haben wird, nun da sie hier in Hogwarts ist. Sicher sein kann man sich trotzdem nie, doch sollte ihr jemand zu nahe treten wird sich derjenige nicht nur vor ihr, ihrem Hauslehrer und dem Schulleiter, sondern auch vor einem enorm verärgerten Hufflepuff verantworten müssen.
Katies Beschreibung des außer Kontrolle geratenen Tanzzaubers zeichnet so deutliche Bilder, dass Dante den Geankenfetzen nicht weiterführt, sondern sich ihr zuwendet und sie amüsiert anlächelt. "Ich hasse Tanzen.", meint er. "Tarantallegra ist für mich schlimmer als alles andere." Wobei er jetzt die Unverzeihlichen mal ausklammert, aber das sollte selbstverständlich sein. "Wohin möchtest du eigentlich als erstes gehen?", fragt er unvermittelt, denn sie stehen nun an einer Hausecke direkt vor der beliebtesten Ladenstraße des Ortes und sollten sich entscheiden, was sie ansteuern wollen. "Was essen, was einkaufen, was angucken?" Er lächelt erneut und findet, dass er erstaunlich viel lächelt, wenn er mit Katie zusammen ist.

(Hogsmeade - 16. September)

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Opfer des 13. Mai
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Dum spiro, spero. Diese Worte wurden vor langer Zeit zum ersten Mal gesagt. Solange ich atme, hoffe ich. Hoffnung lässt einen immer glauben, dass man eine Zukunft hat. Doch so eine sieht Jake im Moment nicht. Zumindest nicht für sich. Für Hermine sieht er eine Zukunft. Eine Zukunft mit Christian Wellington. Sie werden bestimmt glücklich miteinander... Nein, so darf er jetzt nicht denken. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber auch sie wird sterben, ergänzt er noch in Gedanken. Aber soweit sind wir noch nicht. Nicht solange Mine noch hier vor ihm steht. Nicht solange dieses Gespräch währt.
Ihre Stimme erklingt. Sie will ihm also tatsächlich auf seine Fragen antworten. Vielleicht weiß er gleich woran er ist. Doch sie bricht ab. Schon nach dem ersten Wort... Verdammt. Die Hoffnung wird immer kleiner. Wenn sie ihm schon sagen will, dass Schluss ist, dann soll sie es doch bitte gleich machen und ihn nicht noch weiter quälen. Nicht den Funken Hoffnung zulassen... Sie seufzt. Anscheinend nimmt sie nun den letzten Mut zusammen, um es endlich zu sagen. Innerlich stellt sich Jake schon auf das zu Erwartende ein. Bloß nicht zeigen, wie nahe es dir geht, bläut er sich immer wieder ein. Sie soll nicht sehen, wie sehr es dich trifft. Eine Berührung an seiner Schulter. Wohl damit es ihm leichter fällt. Pah... Und leider Gottes kann er nicht verhindern, dass sich eine wohlige Wärme vom Ort ihrer Berührung ausbreitet. Sie kommt noch einen Schritt näher auf ihn zu. Verdammt, was soll das? Will sie mir nun noch einmal zeigen, was ich nie mehr haben werde? Will sie mich denn noch mehr quälen? Dann eine Umarmung. Nein, so fies ist Hermine nicht. Sie hat keinerlei Veranlagung zu solchen Gemeinheiten. Vielleicht will sie ja doch etwas anderes sagen?!, meldet sich das kleine Fünkchen namens Hoffnung wieder zu Wort. Jake kann diese Umarmung jedoch noch nicht erwidern. Die Ungewissheit lässt es nicht zu. Also befindet sich der Ravenclaw ein wenig angespannt in den Armen seiner Noch-Freundin. Und hört ihr zu, als sie erneut zu sprechen beginnt und dieses Mal auch ihren Satz beendet. Sie will ihn noch immer als Freund. Jake kann es nicht fassen. Hat er da grad wirklich richtig gehört? Er ist sich nicht sicher. Er kann sich einfach nicht sicher sein. Und dennoch hat sie es gesagt. Sie hat aber auch danach gefragt, wie er überhaupt auf die Idee kommt, dass es nicht so sein könnte. Endlich hebt er seinen Kopf wieder. Sieht sie an. Doch umarmen kann er sie noch immer nicht. Also nimmt er lieber ihre Hände in die seinen, betrachtet diese einen Moment, bevor er wieder in ihre wunderschönen Augen blickt. Er versucht zu lächeln, was ihm auch halbwegs gelingt. Jetzt heißt es wohl, Farbe bekennen und ihr ehrlich über seine Gefühle zu berichten. Ein lautloser Seufzer. Wieder blickt er auf ihre Hände, während er zu sprechen beginnt. „Weißt du, ich hab euch gesehen. Am See. Ich hatte dich gesucht... Die Szene, die sich mir bot, war perfekt. Perfekt bis auf den Umstand, dass ich an seiner Stelle hätte sein sollen. Ich... ich hatte zwar schon immer Freunde, doch war ich noch nie jemandem so nah wie dir. Und als ich euch da so sah... Ich habe einfach Angst, dass du ihn besser findest als mich. Dass du einsiehst, dass er der Richtige für dich ist. Weißt du, ich bin es nicht gewohnt, dass... Ich hab noch immer meine Zweifel, dass... dass mich jemand tatsächlich lieben könnte.“ Zum Ende hin wurden seine Worte immer leiser, bis sie nur noch ein Flüstern waren. Doch nun sieht er noch mal zu ihr auf. Die Zweifel, von denen er gerade gesprochen hat, lassen sich deutlich in seinen Augen wiederfinden. Nur ein paar Sekunden lang schafft er es, den Blickkontakt aufrecht zu erhalten. Schon muss er ihn wieder unterbrechen. Normalerweise erzählt er niemandem, aber wirklich absolut niemandem von seinen Gefühlen. Er kann Hermine einfach nicht in die Augen schauen, nicht jetzt, wo er so durchsichtig vor ihr steht und sie um seine Verletzlichkeit weiß.


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BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 13:48 
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Es klopft.
Das Herz klopft.
Doch wie es klopft... so unregelmäßig, fast so, als hätte es das Herz eilig, eilig davon zu kommen, eilig aus der Gefahrenzone zu entfliehen. Warum?
Hermine steht da, immer noch ihren Freund umarmend, seinem Herzschlag, diesem unregelmäßigen Stolpern, lauschend. Hat es schon immer so geklopft? Klingt ein Herzschlag immer so? Sie hatte doch noch nie zuvor jemals ein Herz so nah bei sich gespürt. Ist das jetzt gut? Oder eher schlecht? Kann es positiv sein so nah bei jemanden zu sein? So viele Fragen, und auf keine hat die blonde Ravenclaw wirklich eine Antwort, und doch, bei einem ist sie sich sicher, sie hat ihren Freund verletzt, sie weis nicht wie, aber dennoch. Zeugt doch schon die unerwiderte Umarmung davon, oder die Tatsache, dass er sie ein Stück weit von sich drückt, nur ihre Hände hält, sie kaum länger als ein paar Sekunden am Stück ansieht. Kurz lächelt er. Ein Lächeln, das ihm, so interpretiert es Hermine, nicht ganz leicht gefallen ist. Doch sie erwidert es, zaghaft. Ist sie sich doch ganz und gar unsicher im Moment. Fühlte es sich doch noch so richtig an, ihm zu folgen, ihn auf alles anzusprechen, ihn zu umarmen. Und jetzt? Die Wartezeit, die Zeit des Wartens auf die Antwort, auf die Antwort, auf die Erkenntnis, mit was sie Jake verletzt hat.
Da sind sie wieder, die kleinen zischelnden Selbstzweifel, die Hermine doch so oft als die Stimme der Vernunft ansieht. Warum hast du es nur zu gelassen, dass dir jemand vertraut? Warum hast du es zu gelassen, dass du jemanden vertraust? Du weist doch, Liebe bringt Schmerz. Man enttäuscht den anderen immer, das lässt sich nicht verhindern. Warum, wieso konntest du nur so töricht sein, Hermine, zu glauben, dass es dieses eine Mal anders sei? Dass diese Art der Liebe so völlig frei von den Schmerzen wäre? Du hast ihn enttäuscht, verletzt, und weist nicht einmal wieso und womit. Was bist du nur für ein dummes kleines Mädchen.
Endlich beginnt Jake zu sprechen, zerstreut für einen Moment die leisen Stimmchen. Er blickt erneut zu ihr auf, lässt gleich wieder den Blick seiner grünen Augen sinken. Nicht mal mehr in die Augen kann er mir sehen, was hab ich nur getan? Während er redet wird er gegen Ende immer leiser, kaum noch ein flüstern sind die letzten Worte. Ein weiteres Mal wandern seine grünen Augen, welche Mine nur mit fröhlichem oder konzentrierten Ausdruck kennt, zu den ihren. Mit leichtem Schrecken stellt sie fest, dass das eben Gesagte, die Gefühle, die er angesprochen hat wie Spiegelbilder darin zu erkennen sind.
Schweigend steht Hermine da. Langsam, ganz langsam, wie es sonst nicht ihre Art ist, beginnt sie die Worte zu begreifen. Er hat uns gesehen. Jake hatte sie mit Chris Arm in Arm am See sitzen gesehen. Da hatte sie doch vor wenigen Minuten (War es wirklich erst so lange her?) noch geglaubt, dass Liebe völlig entbunden ist von menschlicher Logik, doch offenbar... Ist es nicht logisch, einleuchtend, dass ihn das verletzt hat? Wie konnte sie nur so doof sein, ihren Verstand nicht zu gebrauchen, der, der sie noch nie im Stich gelassen hat, nur weil sie sich so wohl gefühlt hat, in den Armen Chris'. Was hatte sie nur getan?
Jetzt ist sie es, die einen Schritt zurück tritt, ihre Hände von den seinen sanft löst. Einen sehr kurzen Moment lang hängen ihre blauen Augen auf ihren Händen, mustert sie kaum merklich als Gegenstände, die etwas furchtbares getan haben. Ist es das alles, das alles, diese ganze Situation, ist das alles, wozu Liebe führen kann? Dass sie den Menschen verletzt, mit einer Dummheit, einer Dummheit die sie als solche gar nicht erkannt hat. Mit einer Dummheit, die ihr doch viel bedeutet hat? Dass der Mensch, den sie liebt, zweifelnd vor ihr steht und nicht sicher ist, ob er wirklich geliebt werden kann? Jetzt, wo er ihr gezeigt hat, gerade eben in diesem Moment, wie verletzlich er ist, wer sagt da nicht, dass sie ihn nicht wieder verletzt? Das ist doch das letzte was sie will. Nie wieder möchte sie ihn so sehen wie jetzt, nie wieder.
Die blauen Augen sind zu Boden gerichtet, mustern scheinbar das grüne Gras, doch sehen diese es gar nicht. Sind sie doch nur zu Boden gerichtet, damit niemand sieht, damit Jake nicht sieht, wie schwach sie sich gerade fühlt, damit er nicht sieht, wie sehr sie damit kämpft, jetzt ja keine Träne über ihre Wange laufen zu lassen. Nicht weinen.
Kurz wandern nun ihre blauen Augen zu denen Jakes, suchen Blickkontakt. „Es tut mir Leid.“ Ein Flüstern, das beinahe von dem Rauschen der Blätter überdeckt wird. Und dann in eben jenem leisen Tonfall fährt sie fort: „Vielleicht... vielleicht sollten wir es lassen. Einfach alles lassen. Ich mein... dann können wir uns... dann kann ich dich nicht verletzen. Lassen wir doch einfach alles so, wie es die ganzen Jahre über war. Zu viel Vertrauen... schadet nur. Man wird zu schnell verletzt, und man kann nicht mal etwas dagegen tun. Ich will nicht, dass es dir wegen mir schlecht geht...“ Beim sprechen war der Boden dann wieder interessanter als Jakes Augen, konnte sie doch jetzt nicht in diese Blicken. Doch jetzt hebt sie den Blick noch einmal, ein letztes Mal. „Wir sind sicher ohne einander... glücklicher.“ Einsamer... Ja das war es was sie eigentlich sagen wollte. Doch wenn sie sich, wenn sie sich einsam fühlt, Jake vor ihrer Dummheit, vor ihren unabsichtlichen Verletzungen schützen kann, wenn es ihm so besser geht, dann ist sie gerne wieder einsam, auch wenn die vergangenen Wochen toll waren.
Ein leises Flüstern, dass ganz nach „Leb wohl.“ klingt, huscht über ihre Lippen, dann dreht sich Hermine um. Sie dreht sich um, und geht. Lässt ihren Freund stehen. Nun ist sie es, die davon läuft, doch wenn sie so ihren Jake und sich selbst vor schmerzlichen Erfahrungen schützen kann, dann ist das okay, oder nicht? Langsam beginnt sie ihre Schritte zu beschleunigen, schreitet am Waldrand entlang. Wo sie hin will weis sie nicht, einfach nur weg. Weg von der ganzen Situation, weg von dem Wissen diesen einen Menschen so verletzt zu haben. Und doch, wenn es doch so richtig ist, warum beginnen ihr dann Tränen über die Wangen zu rollen? Erst eine, und dann immer mehr. Nicht mehr in der Lage sie aufzuhalten, verspürt die Ravenclaw nur noch den Wunsch, sich einfach auf der Stelle ins Gras fallen zu lassen und zu weinen. Aber das, das wird sie nicht tun. Sie könnte doch bemerkt werden, und niemand soll ihre Tränen sehen, niemand soll sehen, was sie selbst bei sich so verflucht: Schwäche. Doch wohin? In den Wald? Weiter laufen? Oder aber... Fliegen! Ohne weiter darüber nachzudenken greift sie nach ihrem Zauberstab, hebt ihn in die Luft, und lässt ein „Accio Nimbus.“ Kurz wartet sie, wiederholt die Worte, um sicher zu gehen. Still verharrt sie, sieht förmlich vor ihrem geistigen Auge, wie sich ihr Nimbus 2000, ihr ganzer Stolz, hat sie doch eigenhändig auf ihn gespart, sich in der Umkleidekabine, wo sie ihn zurück gelassen hat, windet. Sich langsam in die Luft erhebt und sich mit leisem Zischen auf den Weg zu ihr macht.

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Meine Schwäche

ist eine Ausrede.
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BeitragVerfasst: So 9. Sep 2007, 14:33 
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Erstes Posting, 16. September

Ein Lächeln fliegt über ihre schmalen Lippen.
Sie hat richtig vermutet wer der Täter war, sehr schön.
Immer noch mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht und einem leisen Geräusch, dass davon zeugt, dass die Seiten nun wieder aufeinander liegen, klappt Fabiènne das Buch, ein Krimi, welchen sie gerade beendet hat, zu. Kurz ruhen die wachsamen hellgrünen Augen auf dem ledernen Einband, der schon so manch besseren Tag erlebt hat, ruhen auf den abblätternden goldenen Lettern, die einst dem Buch seinen Namen verliehen hat, und jetzt kaum noch zu erkennen sind. Es ist ohne jeden Zweifel ein sehr altes Buch. Und nach genauerem und gründlicherem studieren der Buch Innenseiten, hatte Fabi, noch bevor sie begonnen hat, es zu lesen, eine kleine Jahreszahl gefunden. Sie war unter ein paar Handschriftlichen Zeilen, einer Widmung, auf das vergilbte Papier gekritzelt: 1950. Die Widmung selbst ist ohne Belang, sie zeugt lediglich davon, dass ein Ehemann seiner Frau ein nettes Geburtstagsgeschenk machen wollte. Doch wie kommt das Buch nun in die Hände der Ravenclaw? Ganz einfach, wie so vieles im Leben. Orphelius Lucy hatte dieses Buch auf einem Trödelmarkt gefunden und sich gedacht, er könne seiner geliebten Tochter, die doch so vernarrt ist in alle Kriminalgeschichten, eine kleine Freude machen. Und so landete das Schriftwerk zusammen mit einigen schriftlichen Zeilen auf einem weißen Zettel (ihr Vater hatte offenbar mal wieder keine Zeit gehabt sein Briefpapier zu suchen) in den Händen Fabis.
Das Buch vorsichtig auf ihren Beinen abgelegt, damit es bei den nachfolgenden Bewegungen keinen Schaden nimmt, streckt sie die Ravenclaw kurz. Nun ist sie endgültig aus dem Buchgeschehen wieder aufgetaucht. Nicht, dass sie jemals so sehr darin verschwunden wäre, dass sie nicht mehr mitbekommen hätte, was um sie herum geschehen ist, doch hat sie sich heute extra einen Platz zum lesen gesucht, wo nicht all zu viel los ist. Ab und an braucht auch mal eine Fabiènne Lucy ein wenig Zeit für sich, ab und an, muss sie auch mal ihr Gehirn entlasten und sich einen Platz in der Stille suchen.
Um genau zu sein, so Still ist es nicht gewesen in der Zeit, in der sie gelesen hat, doch ist das leise Rascheln der Blätter, welche sich im herbstlichen Wind hin und her wiegen, oder das leise Zwitschern eines Vogels, der freudig nach einem Wurm im saftigen Gras piekt sowie das vereinzelte platschende Geräusch, das der Riesenkrake verursachte, wenn er einmal kurz an die Wasseroberfläche kommt, sind kaum erwähnenswert. Eigentlich ist der Platz am See unter der großen Eiche, die so angenehmen Schatten spendet, im Regelfall nicht so leer und ruhig wie heute. Doch heute war Samstag. Ein besonderer Samstag, Hogsmead-Wochenende. Und gut 90% der Schüler machte sich an solch einem Tag auf in das kleine gemütliche Dorf, das einzige seiner Art im Umkreis, dass nur von Zauberern bewohnt ist, auf, um sich in den ein oder anderen Geschäften mit nützlichen Dingen (oder auch weniger nützlichen Dingen wie Scherzartikel und Süßigkeiten) einzudecken, oder aber in den Drei Besen ihr Butterbier zu sich zu nehmen. Fabi selbst mochte diese Tage. So viel Trubel, so viele Menschen, so viele Schüler, bei denen sie ihre Fähigkeiten ausbauen konnte. Doch heute morgen war dann das Buch angekommen, und Fabiènne beschloss erst gegen Abend in das Dorf zu gehen, und erst das Buch sorgsam zu lesen. Und nun ist es auch endlich an der Zeit, dass Fabi sich auf macht.
Sorgfältig verstaut sie das Buch in ihrer schwarzen Umhängetasche, erhebt sich, klopft sich kurz das Gras von der hellblauen Jeans, greift sich ihre Tasche, dreht sich noch ein letztes Mal um, hat sie auch nichts vergessen?, stellt lächelnd fest, dass sich die Grashalme, auf denen sie gesessen hatte erleichtert versuchen wieder aufzurichten, und macht sich schließlich auf den Weg, entlang am verbotenen Wald, zum Hauptweg, der sie nach Hogsmead bringen wird.
Begleitet von dem herbstlichen Wind, der darauf aus ist, sich mit ihrem hellgrünen Hemd zu vergnügen und immer wieder in das offene Kleidungsstück hinein weht, dass sie über ihr weißes T-Shirt trägt, legt Fabi ein Stückchen Weg zurück. Doch schon nach wenigen Minuten, und weit aus früher, als sie es erwartet hat, erblickt sie vor sich am Waldrand zwei Personen. Die eine Person scheint zu liegen, während die andere neben ihr kniet, da wird doch nichts passiert sein? Doch nach wenigen Schritten ist sie sich sicher, dass etwas geschehen sein muss, und so wird Fabi schneller. Nach näherem betrachten der zwei, kann sie auch erkennen, wer da ist. Die zwei blonden Zöpfe, einen Besen neben sich schwebend, dass konnte nur Hermine Leonowens sein. Hermine. Ein Mädchen, das sich gerne fröhlich gibt, im Grunde aber sich sehr einsam fühlt. Oft genug bekommt Fabi mit, wie Hermine nachts aus dem Schlaf aufschreckt, sie hört es an ihrem aufgewühlten Atem, dass sie häufig schlecht träumt. Auch weis sie, dass ihre Mitschülerin, mit der sie sich einen Schlafsaal teilt Angst vor der Dunkelheit hat. Im Allgemeinen ist Hermine ein Mädchen, mit der Fabi nicht viel zu tun hat, mal davon abgesehen dass sie ein Mädchen ist. Doch zählt die blondhaarige Ravenclaw mit den zwei Zöpfen zu der Sorte vom weiblichen Geschlecht, mit der es sich in einem Raum aushalten lässt. Kein mädchenhaftes Gequietsche, kein Modepüppchen.
Und die andere Person, konnte nur Christian Wellington sein. Ebenfalls ihr Haus, allerdings eine Klassenstufe über ihr und Hermine. Ein Spross reicher Adliger. Allerdings einer, der sich nicht viel auf sein Geld gibt. Er umgibt sich wie so manch anderer Hogwartsjunge auch gerne ein mal mit dem ein oder anderen hübschen Mädchen. Und...
Doch weiter kommt sie nicht zum nachdenken, denn ein zischendes Geräusch mischt sich zwischen ihre Gedanken. Etwas fliegt offenbar mit ziemlicher Geschwindigkeit durch die Luft. Fabi braucht keine viertel Sekunde um zu erraten, was dieses Geräusch verursacht. Obgleich sie kein Quidditch spielt, hat sie doch in den vergangenen Schuljahren so einigen Spielen beigewohnt.
Zielstrebig schießt der Klatscher auf die beiden Ravenclaws am Boden zu. Chris, der liegt, unverkennbar nicht in der Lage ihn zu bemerken, sieht es doch ganz so aus, als würde er nur mehr ohnmächtig als geistig anwesend sein. Und Hermine hat ebenfalls andere Sorgen. Mädchen! Hat sie keine Augen im Kopf? Und so reagiert Fabi, so muss Fabi reagieren, sonst gibt es gleich ein paar Knochenbrüche. Rasch zieht sie ihren Zauberstab, steht mittlerweile kaum zwei Meter entfernt von ihnen, ein kurzer Schwung des Stabes, ein knappes: „Finite Incantatem.“ und der Klatscher hält mitten im Flug inne, fällt als normaler Ball ohne magische Kräfte auf den Boden, genau vor die Füße Chris'.
Einmal kurz durchgeschnauft, dann steckt die blondhaarige Ravenclaw ihren Stab wieder weg, nähert nun endgültig den Beiden. Einmal mehr ist sie heilfroh, dass es Magie gibt.
Es ist schon ein sonderbares Bild, das sich Fabiènne hier bietet. Ein Chris, der am Boden liegt mit merkwürdig verdrehten Bein – der Klatscher hatte ihn erwischt – und der ziemlich verschwitzt ist. Nebendran am Boden kniend Hermine, ein musternder Blick der hellgrünen aufmerksamen Augen Fabis genügt, um festzustellen, dass sie geweint hat. Davon zeugen die leichten gräulichen Striche, die quer über ihre Wangen verlaufen, am Auge beginnend. Die Ravenclaw mit den beiden Zöpfen ist ganz und gar nicht verschwitzt, was nur den Schluss zu lässt, dass sie sich gerade erst getroffen haben, und da Hermine den Klatscher nicht sofort bemerkte, wird dieser Chris nicht erst hier am Wald erwischt haben. Letztendlich ein klarer Fall, Chris hatte Probleme mit dem wild gewordenen Quidditchball und wollte sich bei Hermine Hilfe holen. Der Grund für Hermines Tränen allerdings erschloss sich so auf die schnelle nicht für sie. Zwar wusste Fabi, dass diese Mädchen eines ist, dass selten weint, aber gut. Zunächst einmal sollte man sich um Chris kümmern. Und so lässt sich die Ravenclaw in den Jungenklamotten auf der anderen Seite des am Boden Liegenden nieder. Ein prüfender Blick, ein kurzes Abtasten. Die Diagnose: ausgerenkter Knochen, nichts mehr. Also wird kein Krankenflügelaufenthalt nötig sein, ist solch eine Kleinigkeit schnell durch Fabi geheilt. Und mit einem freundlichen „Das haben wir gleich.“ hebt sie abermals ihren Zauberstab, hält ihn auf das wegstehende Bein, murmelt leise Worte, und schon macht sich von der Spitze her ein orangliches Licht über Chris' Bein breit. Eine geringe Zeit von zwei Minuten hält es an, dann löst Fabi den Stab vom verletzten Gliedmaß, welches sich wieder eingerenkt hat. „So das hätten wir, ich hoffe, die Schmerzen sind auch Weg. Wenn nicht, müsstet ihr wirklich noch zu Miss Milliminster.“ Ein höfliches Lächeln, dann erhebt sich die Ravenclaw wieder, greift nach ihrer Tasche welche sie neben sich nieder gelegt hat, und macht sich abermals auf den Weg nach Hogsmead.

---> Hogsmead

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Der Grund,
warum es uns solches Vergnügen bereitet,
andere Leute zu enträtseln, ist der,
dass dadurch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit
von dem unsrigen abgelenkt wird.
Oscar Wilde


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Die Aussicht, gleich mit ihrem geliebten Besen in die Lüfte zu steigen, den Geschehnissen wenigstens vermeintlich zu entkommen lässt sie ruhiger werden, gibt ihr die Kraft, ihre Tränen wieder zu unterdrücken, bis auf ein paar wenige die noch ihren Weg aus ihren Augenwinkeln finden. Nur mit dem Rascheln der Blätter des verbotenen Waldes im Hintergrund vernimmt Hermine, wie ihr Besen langsam näher kommt, Stück für Stück, das angenehme leise Zischen, das er in der Luft verursacht, zeugen davon. Und erst, nachdem sie ihren Besen bereits kommen sehen könnte, bemerkt sie, das es nicht nur ein Zischen ist, dass da in der Luft liegt. Doch was sollte noch kommen? Sie hat doch nur ihren Besen herbei befehligt. Langsam hebt sie ihren Kopf, sieht suchend in die Ferne und erblickt... und erblickt einen weiteren Besen, aber wer? Doch sie braucht nur genauer die Person zu fixieren, da erkennt sie ihn schon: Christian. Was machte er hier? Mit seinem Besen? Hatte er gesehen wie sich ihr Besen in die Luft erhoben hat, und durch den herbstlichen Wind in ihre Richtung zischte, hatte er sich daraus seine eigenen Schlüsse gezogen und wollte sie nun trösten? So viele Fragen, keine Antwort, oder doch? Ein drittes Zischen ertönt, und hinter Chris, der nun schon ziemlich nah bei ihr ist, taucht ein drittes Flugobjekt auf. Ein Klatscher. Was hatte das bloß zu bedeuten?
Gar nicht mehr auf ihre Tränen achtend, die trotz allem noch über ihre Wangen rinnen, beobachtet sie, wie ihr Besen neben ihr anhält, und nur wenige Sekunden später Christian eine mehr als harte Landung hinlegt. Überrascht muss Hermine feststellen, dass sein Bein merkwürdig absteht. Mit einem Mal sind all ihre Tränen, der Schmerz, die Angst, und Jake, nun der nicht ganz, vergessen. Bestürzt eilt sie zu ihrem Mitschüler, kniet sich nieder. Und bevor sie auch nur ansatzweise Fragen kann, was denn eigentlich geschehen sei, ist der letzte der fliegenden Gegenstände bei ihnen eingetroffen, doch Chris schlägt diesen gerade so noch von ihnen weg, während Hermine etwas erschrocken zurück weicht. Mit einem lauten Zischen, das schon beinahe nach lautstarkem Protestieren klingt, fliegt der verhexte Ball für einige Momente außer Reichweite.
Erneut, noch immer leicht erschrocken, kniet sie sich neben den Ravenclaw, lauscht seinem Flüstern, das unter dem schweren Atmen kaum verstehbar ist. Wie? Sie soll den Klatscher einfangen? Gerade sie, die doch so gut umgehen kann mit diesen vermalledeiten Bällen? Was sie brauchen ist ein Treiber, einer der mit den Bällen umgehen kann, jemanden wie... Bei dem Gedanken an ihm kommen ihr erneut die Tränen, kann nicht aufhalten, wie sie über die blassen Wangen rollen. Was soll sie nur tun?
Doch noch bevor sie eine Antwort gefunden hat, ertönt eine hinter ihr.
Jemand ruft laut „Finite Incantatem“ und mit einem kaum überhörbaren bumm landet der Klatscher neben ihr, regungslos, wie ein normaler Ball. Verwirrt dreht sie sich um, kennt sie zwar die Stimme, kann sie nur gerade nicht einordnen. Ihre blauen Augen brauchen gar nicht erst zu suchen, als sie schon Fabi neben sich erblickt, die auf sie zueilt. Heilfroh, dass so schnell Hilfe gekommen ist, auch wenn es in Form der komischen Fabiènne aus ihrem Haus ist, lächelt sie dankbar zu der blonden Ravenclaw in den Jungenklamotten, die sich inzwischen neben Chris niedergelassen hat, und sein Bein untersucht.
Um wenigstens etwas zu tun, und nicht nur so herum zu sitzen lässt sie sich neben Chris Kopf nieder, hebt diesen leicht an, und bettet ihn auf ihrem Schoß, während Fabi damit begonnen hat dessen Bein zu heilen. Innerlich zweifelt sie etwas, dass ihre Mitschülerin das wirklich kann, doch nach wenigen Minuten steht sie wieder auf, und verkündet: „So das hätten wir, ich hoffe, die Schmerzen sind auch Weg. Wenn nicht, müsstet ihr wirklich noch zu Miss Milliminster“ Ein Nicken von Hermine, zum Zeichen, dass sie verstanden hat, dann macht sich Fabi wieder auf den Weg.
Kurz blickt sie ihr nach, reibt sich über die Augen, ehe sie wieder zu Chris blickt, indem sie nach unten auf sein Gesicht blickt, kann dabei nicht anders als ihm eine Haarsträhne besorgt aus dem Gesicht zu streichen. „Tut es jetzt wirklich nicht mehr weh?“ Die Skepsis, ob Fabiènne das verletzte Bein wirklich geheilt hat, ist ihr anzuhören. Und noch während sie auf seine Antwort wartet blickt sie in die Richtung, in der sie Jake zurück gelassen hat. Ob er ihr folgen wird? Halb hofft sie, doch schüttelt innerlich den Kopf. Warum sollte er ihr jetzt nachkommen? Hatte sie nicht gerade eben alles beendet? Es war richtig so. So kann ich ihm nicht mehr weh tun. Oder?

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War es richtig, so viel von sich preiszugeben? War es richtig, sich vor einem anderen Menschen so verletzlich zu zeigen? War es richtig, jemandem so sehr zu vertrauen? Für Jake fühlt es sich zumindest richtig an. Es fühlt sich für ihn solange richtig, bis Mine ihm ihre Hände entzieht. Bis sie einen Schritt von ihm zurückweicht. Bis nun sie ihm nicht mehr in die Augen schauen kann. Kurz erhebt sie noch einmal ihren Blick und in dem Moment, als Jacob ihr in die Augen schaut, weiß er, dass es ein Fehler war. Er hätte es ihr nicht erzählen sollen. Nicht, wenn sie so darauf reagiert. Nicht, wenn sie solche Schlüsse daraus zieht. Verwirrt betrachtet Jake nun seine Freundin. Er kann nicht glauben, was sie da sagt. Es besser sein lassen? Das sein lassen, was das Beste bisher in seinem ganzen Leben war? Das kann sie nicht ernst meinen. Sie will nicht, dass er sich wegen ihr schlecht fühlt? Sieht sie denn nicht, dass sie ihm das beste Gefühl seines Lebens beschert hat? Sieht sie denn nicht, wie glücklich sie ihn gemacht hat? Natürlich sieht sie das nicht. Wie denn auch, wenn Jake daher kommt und ihr sagt, dass sie ihn verletzt hat. Wie konnte er das nur sagen? Wie konnte er das nur vor ihr zugeben? Warum hat er es nicht einfach wie die Jahre zuvor einfach ignoriert und verdrängt? Er hat es nicht getan, weil er sie dafür zu sehr mochte. Weil er sie nicht belügen wollte. Es war ein Fehler. Ein Fehler, den er nun damit bezahlen muss, dass sie noch einmal den Blick hebt, ihm in die Augen sieht und sagt, dass sie ohne einander glücklicher sein werden. Das kann sie unmöglich so meinen. Wie könnte er jemals wieder glücklich werden ohne Hermine an seiner Seite? Leb wohl... Sie dreht sich um und geht. Lässt ihn einfach zurück. Zurück mit einem gebrochenen Herzen. Er weiß nicht, was er tun soll, daher bleibt er einfach nur stehen und blickt ihr nach. Der Ravenclaw ist unfähig sich zu bewegen. Er kann alles, was grad geschehen ist, noch nicht wirklich begreifen. Hat Hermine gerade tatsächlich mit ihm Schluss gemacht und ist dann gegangen? Ja, hat sie. Hat sie wirklich als Grund angegeben, dass sie nicht will, dass es ihm wegen ihr schlecht geht, obwohl das absoluter Schwachsinn ist? Ja, hat sie. Und warum hat sie das getan? Weil Jake ihr von seinen Gefühlen erzählt hat. Diesen Fehler wird er kein zweites Mal begehen. Kurz überlegt er, ob er ihr vielleicht nachlaufen sollte. Ob er sie aufhalten sollte. Doch was sollte er dann sagen? Bitte verlass mich nicht. Ich versprech dir, dass es mir nie wieder schlecht gehen wird? Sie würde ihm nicht glauben und sie täte gut daran. Schließlich weiß sie ja jetzt, wie leicht man Jake verletzen kann. Wie konnte er nur so dumm sein und das zulassen?
Nun ist es geschehen. Er kann es nicht mehr rückgängig machen. Nichts von alledem, was heute geschehen ist. Und wer weiß, vielleicht hat Mine ja Recht und sie werden ohne einander glücklicher. So recht will Jake zwar nicht daran glauben, aber was soll’s. Ist ja nun eh egal. Es ist vorbei.
Es ist vorbei. Mit dieser Erkenntnis wendet er seinen Blick von dem einen Menschen ab, der ihn zum ersten Mal wirklich glücklich gemacht hat. Langsam dreht er sich um und geht zurück ins Schloss.


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BeitragVerfasst: Di 11. Sep 2007, 20:42 
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Aufenthaltsort: auf der Flucht
Gesellschaft: allein
<--- Hogsmead

Ein leises Knacken ertönt unter seinen Füßen, hallt durch den Wald, schreckt eine kleine Schar Vögel auf, die seinen düsteren Blick unter den schwarzen Haarsträhnen auf sich ziehen. Vögel, kleines Getier, das seiner Meinung nach kaum ein Recht auf Existens hat. Kurz verfolgen seine schwarzen Augen dem zwitschernden Haufen, während er weiter Schritt für Schritt durch das Unterholz schreitet, nicht auf seinen Weg achtend, ist er doch in diesem Wald so häufig, das er sich durchaus auskennt, erkennt, wie sich ein kleinerer, offenbar jüngerer Vogel langsam von der Gruppe absetzt, langsamer wird. Offenbar kann er nicht mithalten. Er ist schwach, zu schwach. Er hat kein Recht auf diese Welt. Langsam und zielsicher hebt er seinen Zauberstab, den er schon den ganzen Tag über zwischen seinen langen bleichen Fingern hält. Ein gedachtes Stupor, ein Lichtblitz, der sich dem Vogel unbemerkt nähert, er trifft ihn, und mit einem kurzen erstickten Zwitschern erstarrt das gefiederte Tier inmitten seines Fluges, fällt herab und landet schließlich mit einem dumpfen Aufprall auf dem Waldboden. Ein zufriedenes bitteres Lächeln, dann schreitet Darian weiter.
Seit einiger Zeit ist er nun schon im Wald. Er hatte sie nicht ertragen. All diese Schlammblüter, diese Halbblüter mit ihren lachenden und strahlenden Gesichter. Wie sie sich freuten nach Hogsmead zu dürfen. In ihrer Leichtigkeit, keine Ahnung was für einen Wert Hogsmead hat. Ein Dorf, welches nur von Zauberern bewohnt wurde. Oh diese kleinen Würmer, sie haben ja keine Ahnung. Eine nette Attraktion für sie um sich die Beine zu vertreten. Oh wie er sie hasst. Und da war er wieder gewesen, dieser unbändige Hass, der ihn vorantrieb, der ihm keine Ruhe lassen wollte, bis er seine Wut an jemanden zum Ausdruck bringe. Ein zwei von ihnen hatter er noch erwischt, ein Schockzauber hier, ein Beinklammerfluch dort, und hin und wieder auch andere Abscheulichkeiten, die ihnen ihr hässliches Lachen aus dem Gesicht entweichen liesen. Und wenn sie dann vor ihm am Boden lagen hatte er sie keines Blickes gewürdigt und war davon geschritten. Doch wirklich befriedigt hatte ihn diese kleinen Verwünschungen nur wenig. Im Gegenteil, im Angesicht der Schwäch, die diese kleinen Ratten an den Tag legten entbrannte sein Hass nur noch mehr. Er wollte sie quälen. Er wollte sie leiden sehen, sie sollten sich winden und flehend vor ihm liegen. Doch angetrieben durch den Hass, durch dieses unbarmherzige Gefühl, hatten ihn seine langen Schritte nicht etwa in das innere des Dorfes geführt, sondern brachten ihn direkt in den Wald.
Einige Minuten, wie lange, vermochte nicht zu sagen, wollte er gar nicht sagen können, war er wutschnaubend hin und her gewandert, wie ein ruheloser Geist getrieben aus Rache. Doch als er drauf und dran war, das nächste Lebewesen, das ihm über den Weg liefe zu foltern, bis es aus Erschöpfung oder durch Hoffnung auf Erlösung durch den Tod, starb, trat ihm das einzige Tierwesen vor den erhobenen Zauberstab, dem er nichts antun konnte. Ein Thestral, ein junger noch dazu, näherte sich ihm. Kurz verharrte das Tier, schlug mit seinem Schweif um sich und beäugte ihn interessiert. Und Darian? Darian lies seinen Zauberstab sinken, unterdrückte für einen Moment das quälende Gefühl, und ging auf den Thestral zu. Kurz fuhr er ihm über den Kopf, spürte die eigenartige Beschaffenheit seiner Körperoberfläche. Drauf und dran von dem so berüchtigten Wesen beruhigt zu werden, als ein Schreck durch das Tier fuhr, es zuckte zusammen, drehte sich um, und verschwand in dem dichten Gestrüpp. Es war weg.
Und abermals durchzuckte diese unbändige Wut seinen Körper, als hätte man ein Ventil geöffnet, einen Staudamm eingebrochen, der mühsam errichtet wurde. Seine Augen wurden schwärzer, finsterer, er wollte Leid sehen. Er wollte endlich Befriedigung finden, um sich dann ruhig in eine Ecke des Waldes setzen zu können, und die Nähe eines Thestrals zu genießen.

Ohne darauf zu achtend, was für Pflänzchen er zertritt, ohne auf irgendwas zu achten, außer auf sein Ziel, marschierte der finster Slytherin in den schwarzen Klamotten aus dem Wald, hielt aufs Schloss zu. Irgendjemand schwaches würde sich dort wohl finden lassen. Irgendjemand... der Blick seiner finsteren Augen verengt sich. Ist dort nicht jemand? Läuft da nicht gerade jemand den Hang zur Schule empor? Er beschleunigt seine Schritte, kommt in Zielweite. Tatsächlich, ein blondhaariger Schüler, die Schultern merklich eingesackt, offenbar ging es ihm nicht gut. Er sieht schwach aus. Schwach. Schwäche darf nicht existieren. Ohne groß zu überlegen, nur getrieben von dem Wunsch zu Verletzen, hebt er den Zaubertab, denkt nicht, murmelt nicht sondern ruft den Fluch: „Osses Fragunt!“ Und bevor es für den Schüler vor ihm auch nur einen Hauch von einer Chance gibt, wird dieser von dem Fluch getroffen, während augenblicklich ein Großteil seiner Knochen schmerzliche Brüche erleiden. Wie ein nasser Sack fällt er zu Boden. Mit boshafter Zufriedenheit, die in seinen unergründlich tiefschwarzen Augen aufblitzt strebt er restlich auf ihn zu. Bei ihm angekommen dreht er ihn mit einer, für den am Boden liegenden sicher schmerzlichen Fußbewegung auf den Rücken. Blickt ihm mit seinen hasserfüllten Augen in die seinen. Mustert ihn kurz. Ein Vertrauensschüler? Ravenclaw. Ravenclaw? Und wo gerade der Zorn dabei ist ab zu glimmen, entbrennt er erneut. Ravenclaw! Leanders Peiniger, die er immer noch nicht erwischt hat, trotz des täglichen Suchens seiner Schlange. Ein Vertrauensschüler, der es zugelassen hat, dass einer seiner Mitschüler so gehänselt wurde. Ein unwürdiger Mensch, der es nicht verdient hat zu leben, auch noch ein Schlammblut, das erkennt man doch schon an diesem jämmerlichen Gesichtsausdruck.
Erneut hebt er den Zauberstab, lässt einen Fluch aus dessen Spitze treten, der sich langsam über den vor ihm liegenden Schüler legt. Ein Fluch, der ihn all seine Gedärme zusammen krampfen lässt. Der Schmerz in den Augen seines Opfers bereitet ihm sichtlich Vergnügen. Erneut stubst er ihm mit seiner Fußspitze an. Kniet sich zu ihm herunter. Sieht ihn mit einem Blick aus den kalten Augen an, der ihm sagen soll, das er ihn nun am liebsten töten würde, oder wenigstens noch ein wenig mehr körperliche Pein bereiten würde, dass er ihn aber noch weiter leiden lässt. Dann öffnet Darian seine schmalen Lippen. Ein Flüstern, kaum zu vernehmen: „Jacob richtig? Du hast doch eine Freundin, diese kleine nervige blonde mit den zwei Zöpfen. Wie sie wohl reagieren wird, wenn sie dich im Krankenflügel so schwächlich liegen sehen wird? Ich bin sicher sie wird das gar nicht gerne sehen. Mädchen sind doch alle gleich. Abschaum, genau wie ihr Schlammblüter.“ Er wendet die Augen wieder von ihm ab, erhebt sich, und blickt sich um. Ein anderer Schüler ist in der Nähe. Anscheinend hatte er zugesehen und hatte sich nicht getraut zu helfen, denn in dem Moment, wo seine schwarzen Augen ihn erspähen, fixieren, stolpert er ruckartig rückwärts. Doch bevor der kleine, offenbar ein Viertklässler, davon eillen kann, hat der finster Slytherin ihn bereits hergewunken mit seinem Zauberstab. Ängstlich und mit kleinen Schritten, offenbar in der Annahme er sei der Nächste nähert er sich den beiden. Doch Darian hat in keinster Weise vor ihn ebenfalls zu verletzen, nein, er wird ihn nur benutzen. Ein finsterer Blick auf Jacob. „Krankenflügel.“ Er sieht den Jungen an. Und mit bedrohlich flüsternder Stimme fügt er noch ein bedrohliches „Sofort!“ an. Mit zufriedenem Blick registriert der hasserfüllte Schüler wie der kleine sofort tut, was er ihm befohlen hat. Vorsichtig lässt er Jake vor sich herschweben, transportiert ihn zum Schloss.
Kurz sieht er ihnen noch nach, dann erhebt er abermals seinen Stab. Irgendwo muss doch dieses kleine blonde Miststück von Blutsverräterin befinden, die sich mit solch einem schwachen Schlammblut einlässt. Er beschwört seinen Stab, der ihm auch sogleich gehorsam die Richtung anzeigt. Schön offenbar ist sie ganz in der Nähe.
Mit zielstrebigen Schritten, immer noch getrieben von Hass, marschiert er über die grüne Grasfläche, den Wind welcher ihm beständig versucht seine Haare aus dem Gesicht zu wehen, nicht wahrnehmend. Er braucht nicht all zu lang, bis er am Waldrand zwei Schüler erblickt. Soweit er das beurteilen kann beides Ravenclaw, und eine von den beiden scheint diese Hermine zu sein. Mit schnellen Schritten ist er restlich bei ihnen, blickt bedrohlich zu ihnen hinab. Den Stab auf die Ravenclaw gerichtet, einen warnenden Blick auf den anderen gerichtet, beginnt er einmal mehr für heute seine Stimme erklingen zu lassen, die alles andere als lieb und warmherzig klingt. „Hey du, Leonowens. Ich an deiner Stelle würde mal flugs in den Krankenflügel eilen. Dein Jacob, er sieht nicht gut aus.“ Und ohne eine Antwort, ja eine Reaktion abzuwarten, lässt er die beiden links liegen und marschiert mit einem finsterem Lachen auf den Lippen in Richtung See davon, das unbändige Gefühl von Hass langsam ruhiger werdend.

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Wenn du plötzlich gefangen bist
So wie ein Vogel im Käfig, aus Wut und aus Angst
Wenn du plötzlich gefangen bist
Und hast den Wind der Freiheit lang auf deiner Haut nicht mehr gespürt


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BeitragVerfasst: Do 13. Sep 2007, 17:24 
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<------ Quidditch-Stadion

Chris realisiert nicht wirklich was um ihn geschieht, der Schmerz in seinem Bein übertönt alles. Was er weiß ist, dass er liegt und Hermine ihm hoffentlich hilft. Wie lange er dort liegt und was geschieht realisiert der fast weggetretene Ravenclaw nicht.

Für ihn ist es überall dunkel, was dran liegen mag, das er die Augen geschlossen hat. Er wünscht sich nur, dass endlich dieser Schmerz aufhört. Er versucht sich kurz zu bewegen spürt aber, dass kein Glied seiner Aufforderung folgen will. Er verzweifelt bereits, als plötzlich eine Wärme aufflammt. Aber nicht irgendwo, nein in seinem Bein. Mit einem Schlag fühlt sich sein Bein wie auf Wolken gebettet. Angenehm warm ist es und das wichtigste schmerzfrei. Er entspannt sich und geniest es. Wer oder was es ist interessiert ihn in diesem Moment nicht, er ist einfach nur dankbar. Fast schon wünscht er sich das es nicht enden will, doch dies tut es. Es kam kurz aber angenehm vor und er merkt wie allmählich wieder Geister in ihm erwachen. Er bleibt noch kurz regungslos liegen, schlägt dann aber die Augen auf. Als erstes wird er von der hell strahlenden Sonne geblendet welche schräg über das Gelände scheint. Seine Augen gewöhnen sich und er blickt auf. Über ihm ist Hermines Gesicht. Ein leichtes Lächeln erscheint auf Chris' Gesicht. Er ist froh bei Hermine zu sein. Nun nimmt er auch wieder alles war. Ohne dem Schmerz. Er scheint mit seinem Kopf auf ihrem Schoß zu liegen und wahrscheinlich immer noch an der Stelle wo Chris gelandet ist. Er blickt wieder zu Hermine, denn diese fragt ob es wirklich nicht mehr weh tut. Mit gedämpfter Stimme antwortet er: "Nein", er lächelt, "es fühlt sich wieder gut an!" Er macht eine kurze Pause und spricht leise aber deutlich "Danke!" Sein Blick ruht auf ihr und erschrocken erkennt er wieder die Spuren auf Hermines Gesicht. Sie hatte geweint. Nun fällt ihm auch wieder ein, dass er dies ja schon kurz bevor er in Ohnmacht war bemerkt hatte. Hermines Blick geht in die Richtung wo vor kurzem noch Jake gewesen sein müsste. Chris wendet seinen Blick auch ab. Immer noch geniest er es zu liegen. Dann aber sieht er eine Person auf die beiden Ravenclaws zukommen. Er beobachtet den Schüler, denn inzwischen hat er erkannt um wen es sich handelt. Ein Slytherin. Um genau zu sein Darian ein Zauberschüler der sich offensichtlich der schwarzen Magie zugewandt hat. Na super, das hat uns jetzt gerade noch gefehlt. Skeptisch sieht Chris wie Darian weiter auf die beiden zuhält und schließlich ankommt. Chris begrüßt ihn nicht, nein er schaut ihn einfach an. Nachdem Darian Chris einen warnenden Blick zugeworfen hat wendet er sich an Hermine und sagt: „Hey du, Leonowens. Ich an deiner Stelle würde mal flugs in den Krankenflügel eilen. Dein Jacob, er sieht nicht gut aus.“ Schon bevor Darian gesprochen hat, hat Chris bemerkt, dass dieser rasend vor Wut ist. An seinen Worten und Mimik hat sich dies nun erst Recht bestätigt. Jetzt aber überschlagen sich seine Gedanken. Was hat dieses Scheusaal mit Jake gemacht? Sprachlos schaut er kurz zu Hermine auf und räkelt sich auf. Darian ist inzwischen ohne eine Antwort abzuwarten davon gerauscht. Ihn aufzuhalten oder nachfragen will sich Chris nicht leisten, er ist viel zu Geschwächt um auch nur irgendwas gegen Darian in diesem Moment ausrichten zu können.

Sorgevoll sieht er nun zu Hermine, er weiß nicht was zwischen ihr und Jake passiert war, doch er war ihr Freund, sie muss zu ihm. Er steht mit einem leisen stöhnen auf, denn ein kleiner Schmerz ist doch zurück geblieben welchen er jetzt spürt. Aber nicht weiter wild. Er bietet Hermine seine Hand an während er sagt: "Komm! Wir,", er schaut kurz verlegen zu Boden, "nein, Du musst nach Jake sehen! Wer weiß was Darian angestellt hat! Hast du seine Wut bemerkt?"

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~~~Ein Blick sagt mehr als tausend Worte~~~


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BeitragVerfasst: Di 18. Sep 2007, 21:08 
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Da sind sie schon wieder, die Zweifel, einen Fehler begangen zu haben. Denn wie? Wie nur kann sie sich sicher sein, dass sie eben richtig gehandelt hat? Einmal mehr an diesem frühen Abend fühlt sie sich hilflos. Gibt es denn wirklich kein Rezept für die Liebe? Etwas, das einem sagen kann, was man tun muss. Warum lassen ihre Bücher sie gerade so im Stich? Sonst wissen sie doch auch immer auf alles eine Antwort. Aber, aber warum nicht auch jetzt? Und warum schmerzt ihr Herz so beim Gedanken an ihn, wenn doch das eben geschehene das einzig richtige war? Es war doch richtig? Ja es war...
Doch weiter kommen ihre Gedanken nicht, werden jeh unterbrochen.
Kaum merkliche Verwirrung schleicht sich in die blauen Augen Hermines, während sie aus ihrer gedanklichen Welt wieder in die Gegenwart tritt. Jemand hat gesprochen. Jemand? Chris. Sie hatte ihn doch gerade eben gefragt, ob sein Bein wirklich schmerzfrei ist. Und was hat er als Antwort gegeben? Noch während ihr Gehirn die eben gesprochenen Worte vernimmt, registriert, sind ihre Lippen schneller. Ein zartes erleichtertes Lächeln tritt auf diese, während die Ravenclaw abermals eine Strähne aus Chris' Stirn streicht.
„Schön das es dir wieder gut geht. Ich hatte wirklich Angst um dich.“ Ihr Lächeln wird eine Spur kräftiger. Auf das leise Danke seinerseits schüttelt sie nur den Kopf. „Es gibt doch nichts zu danken, ich habe nichts gemacht.“ Sie hatte nichts gemacht? Da ist sie wieder die Stimme. Sie hatte nichts gemacht? Im Gegenteil, sie hatte alles falsch gemacht. Und jetzt, und jetzt ging es der wichtigsten Person in ihrem Leben schlecht. Warum nur, warum nur ist sie so blöde. Was hat sie eigentlich im Hause Ravenclaw verloren? Gehörten in solch ein Haus nicht die Intelligenten und Klugen? Erneut standen Tränen vor ihren Augen, drängten dazu, heraus gelassen zu werden. Aber bitte nicht vor Chris. Ich will nicht weinen. Ich werde nicht heulen. Ich bin doch stark. Vielleicht sollte sie einfach zum Schulleiter gehen und...
Abermals wird sie unterbrochen. Doch diesmal nicht, weil Chris etwas gesagt hat. Nein dieser liegt weiterhin mit dem Kopf auf ihrem Schoß, lässt seinen Blick selbst über die Schlossgründe wandern. Es ist etwas anderes, dass sie aus den Gedanken zurück geholt hat. Ohne es zu wollen ruhten die ganze Zeit über ihre blauen Augen auf dem Fleck an dem sie Jake zurück gelassen hat. Unterbewusst noch in der Hoffnung, er möge doch noch kommen. Und tatsächlich machen ihre Augen eine Person aus, die sich ihnen langsam, aus eben jener Richtung, ihnen nähert. Jake? Aber, warum? Und nach genauerem betrachten, interessiertem beobachten, kommt Hermine zu einem Schluss: wer auch immer da gerade auf sie zu kommt, es kann nicht der blonde Ravenclaw mit den grünen Augen sein, denn dafür bewegt sich die Person viel zu zielstrebig auf sie zu, viel zu schnell. Und wenn er so schnell ist weil er sauer ist? Noch ein wenig mehr erkennbar. Die Person ist schwarzhaarig. Ein Stich und gleichzeitig Erleichterung machen sich in Hermines Herzen breit. Enttäuscht darüber, wütend auf sich selbst, den einzigen Menschen, der sie wollte, wirklich sie wollte, den Laufpass gegeben zu haben. Erleichterung darüber, dass sie sich nicht erneut mit ihm, ihren Gefühlen und den seinen so frontal auseinander setzen muss.
Aber es dauert nicht lange, als die blonde Ravenclaw mit den zwei Zöpfen endgültig erkennt, wer es da so eilig hat zu ihnen zu kommen. Und diese Erkenntnis lässt sie erneut Unsicherheit verspüren. Was will er denn hier? Was will Darian Damon hier? Und dann auch noch von uns? Hat er gesehen, dass die beiden gerade anfällig sind? Darian Damon ist ohne jeden Zweifel einer der brutalsten und aggressivsten Schüler Hogwarts, und so gut sie kann ist die Ravenclaw ihm stets aus dem Weg gegangen. Nun, sie war nie eines seiner bevorzugtesten Opfer, immerhin ist sie reinblütig, wie er es wohl bezeichnen würde. Aber es ist dennoch bereits vorgekommen, dass dieser finstere Slytherin den ein oder anderen nicht Muggelstämmigen Magier überfällt. Wie ein Hund wittert er förmlich die Angst und Hilflosigkeit, geht gezielt auf diese Menschen los. Was also spricht groß dagegen, dass Darian sich nicht in diesem Moment sie als Opfer heraus gefischt hat? Doch was er wirklich von ihr wollte, sollte sie gleich erfahren.
„Hey du, Leonowens. Ich an deiner Stelle würde mal flugs in den Krankenflügel eilen. Dein Jacob, er sieht nicht gut aus.“
Da kommt der finster Slytherin an, starrt hasserfüllt zu ihnen, schmeißt ihr einen Satz hin, und geht weiter, während in ihrem Kopf augenblicklich Gedanken in den Kopf schießen, die sämtliche Selbstzweifel für einen Mal heraus katapultieren. Jake. Jake ist ein Muggelgeborener. Es ging ihm doch nicht wirklich gut, als sie ihn verlassen hat. Jake. Krankenflügel. Darian.
Ohne wirklich zu registrieren, was sie tut, steht sie plötzlich auf, blickt halb ängstlich, halb besorgt und mit leicht verdunkelten blauen Augen in die Richtung in die Darian davon schreitet, mit seinen langen wütenden Schritten. Sie erhebt ihre Stimme, brüllt ihm etwas hinter her: „Was hast du ihm angetan du... du...“ doch was er ist kann sie gerade gar nicht sagen, alle Wörter die ihr spontan einfallen sind ihr nicht ausdrucksstark genug. Sie will los rennen, hinter Darian her, ihn zur rede stellen, herausfinden, was er mit diesem Satz meinte, was er ihm angetan hat, doch ihre Beine bewegen sich nicht, wollen ihr nicht gehorchen. Was hat er dir nur angetan Jake? Oder hat er am Ende gar nichts mit dir gemacht, und du hast selbst... Ihre Gedanken drehen sich, immer wieder verbildlichen sich welche. Jake, wie er im Krankenflügel liegt. Jake wie er so zusammen gesunken vor ihr stand und sie ihn hat stehen lassen. Sie möchte zu ihm. Aber darf sie das nach all dem noch? Kann sie ihm denn jetzt noch in die Augen sehen? Jake! Doch ihre Beine wollen ihr nicht gehorchen. Sie muss wissen, was passiert ist. Muss wissen, das es ihm gut geht.
Die Beine knicken ihr weg. Keine Kraft mehr dazu stark zu sein, lässt sie sich einfach auf den Boden sinken, die Hände suchen den Weg in ihr Gesicht, fangen die Tränen auf, die langsam ihren Weg aus den blauen Augen suchen.
Ein leises Stöhnen neben ihr bringt sie dazu, die salzige Flüssigkeit abermals an diesem Tag zu unterdrücken. Chris ist doch immer noch neben ihr, er soll nicht mitbekommen, wie sie weint. Schnell wischt sie sich über die leicht erröteten Wangen, trocknet sie, und sieht zu ihrem Hauskameraden, der mittlerweile steht, ihr eine Hand zum aufstehen reicht, und verkündet, sie müsse nun sofort zu Jake.
Jake
Er hat recht, sie muss zu ihm, muss wissen wie es ihm gehen, muss bei ihm sein. Sie liebt ihn doch so sehr. Schon wieder möchten sich die Stimmen in ihr heben, ihr Fragen an die innere Schädeldecke werfen, doch sie unterdrückt sie. Jetzt zählt nur Jake.
Ohne weiter darüber nachzudenken greift sie nach Chris' Hand und lässt sich mühelos hochziehen. Ein dankbares Lächeln auf den Lippen. „Begleitest du mich? Ich möchte nicht allein sein.“
Langsam, und ohne eine Antwort abzuwarten macht sich die Ravenclaw auf den Weg zum Krankenflügel.

--->Krankenflügel

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~
Meine Schwäche

ist eine Ausrede.
Und meine Stärke
falscher Stolz.
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BeitragVerfasst: Mi 19. Sep 2007, 12:42 
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Opfer des 13. Mai
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Die Hände in den Hosentaschen vergraben, den Blick nach unten gerichtet und einen kleinen Stein vor sich herkickend, so ist Jake nun auf dem Weg zum Schloss. Alleine. Alleine, so wie er es jetzt wieder oft sein wird. Natürlich hat er seine Freunde, aber sie können das Alleine-Gefühl nicht auslöschen. Denn Jake ist ohne Hermine und somit alleine. Sie ist in die eine Richtung weggegangen, er in die andere. Jetzt sind beide wieder alleine. Genau so wie es Hermines Wunsch war. Der blonde Ravenclaw gibt keineswegs ihr die Schuld für das eben Geschehene. Nein, er sucht sie bei sich selbst und findet sie nur allzu leicht. Sie hatten die Rollen getauscht. Für fünf Minuten war er der Schwache, der Sensible, der Verletzliche. Und damit hat er alles zerstört. Zuerst sein Misstrauen, dann seine Verletzlichkeit. Jetzt ist es vorbei. Nach nur zwei Wochen Beziehung ist alles vorbei. Es schmerzt. Ein tiefes Loch ist in sein Herz gebrannt worden. Nie wieder würde er sie berühren dürfen, nie wieder küssen. Er wird nie wieder das Glitzern in ihren Augen sehen, welches nur ihm vorbehalten war.
Und dennoch bereut er es nicht. Er bereut es nicht zwei Wochen die tollste Freundin gehabt zu haben, die man sich vorstellen kann. Um nichts in der Welt würde er diese Zeit missen wollen. Auch wenn der Verlust dieser Zweisamkeit ihn nun schmerzt, so war doch die Freude darüber, dass es überhaupt eine Zweisamkeit gab, umso größer. Und trotzdem Vergangenheit.... Jake ist noch nicht bereit wenigstens die tollen zwei Wochen zu loben. Nein, er ist noch in der Verdrängungsphase. Er will es einfach nicht wahrhaben. Es kann doch nicht schon vorbei sein.
„Osses fragunt!“ Kaum, dass er den lauten Ruf gehört hat, spürt er auch schon die Auswirkungen des Fluches am eigenen Körper. Unzählige Knochen brechen gleichzeitig. Fühlte er gerade eben nur Schmerz in seinem Herzen, so ist er nun überall. Er hätte sogar hören können, wie seine Knochen entzweigingen, hätte nicht sein eigener Schrei das Knacken übertönt. Jetzt liegt er auf dem Boden. Unfähig sich zu bewegen. Sein Atem kommt stoßweise, immer wieder vermischt mit einem leisen Keuchen. Jeder Atemzug tut ihm weh. Sein Gehirn hat vollständig aufgehört, zu denken. Alle seine Gedanken kreisen nur um den Schmerz, der seinen ganzen Körper gefangen nimmt. Er würde sich vielleicht fragen, wer das war, warum er das getan hatte und ob er schon fertig ist mit ihm, aber er kann nicht. Er will nur, dass die Schmerzen aufhören. Er will wieder frei atmen können. Er will seine Augen, welche er zusammengekniffen hat, wieder öffnen können.
Stattdessen wird er mit einer Fußspitze schmerzhaft auf den Rücken gedreht. Natürlich wurde damit eine gebrochene Rippe getroffen. Jetzt reißt Jacob seine Augen auf. Schließlich will er sehen, was auf ihn zukommt. Will sehen, was als nächstes passiert. Will sehen, ob jemand dabei ist seine Pein zu verringern oder noch mehr zu vergrößern. Er erblickt Darian Damon. Wohl der letzte Schüler, von dem man Gnade erwarten kann. Jacob weiß, dass er noch nicht zufrieden damit ist, ihm die Knochen gebrochen zu haben. Er wird noch nicht aufhören. Seine Wut auf was auch immer ist noch nicht verraucht. Und tatsächlich erhebt der Slytherin erneut seinen Zauberstab und richtet ihn auf den wehrlosen Vertrauensschüler. Schon im nächsten Moment krampft sich alles in Jacob zusammen. Ein weiteres Keuchen entfleucht zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen. Doch dieser Schmerz vergeht. Die gebrochenen Knochen bleiben und werden erneut unsanft von einer Fußspitze gestupst. Dann kniet sich der brutale Sechstklässler zu ihm hinunter. Und sieht ihn mit hasserfüllten Augen an, welche die Mordlüsternheit kaum verbergen können oder wollen. Jakes Atem geht noch immer schwer, schließlich drücken gebrochene Rippen auf seine Lunge. Mit fest aufeinander gekniffenen Lippen, damit kein unnötiger Schmerzenslaut zur Genugtuung Damons entweichen kann, blickt ihm Jake direkt in die Augen, während die leise geflüsterten Worte an sein Ohr dringen. Darian spricht tatsächlich von Hermine und was sie von so einem schwächlichen ‚Freund’ halten wird. Nun, das braucht Jacob sich wirklich nicht fragen, schließlich hat er vor nicht einmal fünf Minuten ihre Reaktion gesehen. Der Ravenclaw wird wütend. Am liebsten würde er Damon in Grund und Boden fluchen. Aber das geht nicht. Er kann nicht einmal sprechen, weil es zu sehr schmerzt. Also muss er sich mit hasserfüllten Blicken begnügen und ihm einfach dabei zusehen, wie sich der Slytherin erhebt, einen Viertklässler dazu verdonnert den verletzten Quidditchspieler in den Krankenflügel zu bringen, und dann mit einem letzten fiesen Blick von dannen rauscht. Jacob wird derweil durch den ängstlichen Jungen und seinen Zauberstab in die Höhe gehoben und in Richtung Milliminster abtransportiert. Nun da der direkte Feind weg ist, kann sich Jake endlich ganz dem Schmerz hingeben und sein Bewusstsein droht in der Ohnmacht zu versinken. Nur vage bekommt er mit, was um ihn herum geschieht. Er weiß nur, dass bald alles wieder gut wird. Nein, er weiß, dass nichts mehr wieder gut wird. Hermine...

(--> Krankenflügel, 16. September)


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